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chronik iſt in dieſer Weiſe geſchrieben, und noch viel ſpäter wurde dieſer Stil von Sigebert in der Legende des hl. Lambert angewandt, deſſen Geſchichte er einmal in dem geſuchten überladenen ¹) Stil und einmal in einfacher Weiſe bearbeitete ²).
Ein claſſiſcheres Gewand dagegen trägt ſchon die Fortſetzung der Lütticher Bisthumschronik ³); desgleichen ſind die Briefe ⁴¹) Wazo's und die Kloſtergeſchichten von Gembloux, St. Hubert, St. Lorenz und St. Trond in einfacher ungekünſtelter Sprache abgefaßt. Die gereimte Proſa, welche in Schriften jener Zeit*) häufig vorkommt, findet ſich auch, wenn auch ſelten, bei Schriftſtellern der Lütticher Schule ⁶).
Der geleſenſte Proſaiker in jener Zeit ſcheint Salluſt geweſen zu ſein. Der Apoſtel Petrus hält in Salluſtiſcher Weiſe eine Rede an Eucharius, Valerius und Maternus), in derſelben Weiſe luhn Anſelm den Biſchof Ebrachar zu den Soldaten ſprechen), die ſich vor einer Sonnenfinſterniß ürchten.
Auch für die Chronik von St. Hubert ⁰⁴), ſowie für Adam von Bremen ¹⁰), für Widukind und Lambert von Hersfeld wird die Nachahmung Salluſt's bezeugt.
Von den Dichtern iſt Virgil der Lieblingsſchriftſteller 11) des Mittelalters und nach ihm dürfte Horaz am meiſten geleſen worden ſein ¹²).
Außer dieſen Claſſikern finden ſich bei Schriftſtellern aus der Lütticher Schule ¹⁸) noch folgende citirt: Terentius, Plautus, Perſius, Plinius, Cicero, Seneca, Varro, Statius, Boëthius, Caſſiodorus, Martianus Capella, Plato, Tibullus, Martialis, Lucanus, Juvenalis, Prudentius. Von Mönchen aus St. Hubert wird auch Macrobius und Valerius Maximus citirt x), dagegen wird Cäſar ¹⁴), welcher in Schriften dieſer Zeit vorkommt, desgleichen Suetonius ¹⁵) nicht in Lüttich genannt.
Daß man Metrik trieb, beweiſen die literariſchen Produkte in gebundener Sprache. Gleich im Anfang von Donats Grammatik werden die Versfüße ¹⁶) aufgezählt, vielleicht kannte man auch Beda de arte metrica, die im St. Galler Bücherverzeichniß ¹⁷) aufgeführt wird. Von der Fertigkeit in gebundener Sprache zu ſchreiben, die man in Lüttich erwarb, ſind noch viele Zeugniſſe vorhanden.
Im heroiſchen Versmaß iſt geſchrieben das Leben ¹⁸) des hl. Ursmar von Heriger, ein pane- gyricus libellus ¹⁹) auf die Aebte von Gembloux, der Commentar zum Eccleſiaſten ²⁰) von Sigebert u. a. Der Pentameter findet ſich hauptſächlich angewendet in den Epitaphien ²¹) Lütticher Biſchöfe, Aebte und anderer berühmter Männer.
Im trochäiſchen Vers ſchrieb Adelmann das Lob ſeines Lehrers Fulbert ²²), ſowie ſeine rythmi alphabetici, zu denen ihm außerdem noch die alphabetiſchen Pſalmen das Vorbild geliefert haben.
Im Leoniniſchen Vers ²⁸) ſchrieb Egbert ſeine aenigmata rusticana, im ſapphiſchen ²4) Ruprecht von Deutz das Leben des hl. Auguſtinus, und Sigebert in der alcäiſchen Strophe ²⁵) die Paſſion der
hl. Lucia. Griechiſch. Die Frage, ob man auf den Lütticher Schulen auch Griechiſch lernen konnte, läßt ſich ſchwer entſcheiden.
Mancherlei ſcheint dafür zu ſprechen. Erzbiſchof Brun hatte in Utrecht in ſeiner Jugend bei dem Schotten Iſrael Griechiſch gelernt und ſich in dieſer Sprache weiter gebildet durch griechiſche Geſandte am Hofe ſeines Bruders Otto I. und durch griechiſche Lehrer in ſeiner Palaſtſchule ²⁰).
1) S. 4,465.— 2) Sig 171. Vitam quoque S. Lantberti, quum in primis urbane meliorassem, postea defloravi comparationibus antiquorum juxta consequentiam rerum; quamvis priorem utyote simplicem, quidam magis amplectantur et curiosius transcribant; est enim sensu apertior et verbis clarior.— 3) S. 7,190— 234.— 4) Watt. nennt Wazos Stil catoniſch.— 5) S. 11,140 und 591.— 6) M 439 und 445; 8 9,1 ff.— 7) S. 7,167,5.— 8) S. 7,202.— 9) 8. 8,565 von Wattenbach.— 10) S. 7,269 von Lappenberg.— 11) Cr. 77,128.— 12) M. 438 ff.— 13, Ratherius, Vogel 26; Heriger 8. 7,144. Cosmas S. 9,9.— 33 8. 8,598 und 599.— 12) S. 7,403; S. 8,137.— 15) S. 8,14— ¹⁰) lindemann Corpus Gramm. vet I., 6.— 17) Weidemann 365.— 18) H 7,199.— 19) 8 8,557— 563.— 20) Sig. 171.— 21) H. 7,209 und 211 auf Notker; H. 7,390 auf Wazo S. 8,275 auf Reginard; 8 8,541 auf Olbert; ck. auch H. 7,587; S. 8,545,550,554.— 22) H. 7,14.— 23) H. 7,501.— 24) ſ. o.— 25* Sig. 171.— 26) Vogel 162 Cr. 89.


