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X. Das Kloſter Burtſcheid(Porcetum) bei Aachen.
DerStreit über die Zugehöͤrigkeit dieſes Kloſters, das auch vom Erzbiſchof Piligrim von Koln fürg ſeine Diöceſe beanſprucht wurde, ward auf der Synode zu Aachen 1022 zu Gunſten
Lüttichs entſchieden ¹). XI. Das KRloſter Florennes*).
Dieſes vom Biſchof Gerhard von Cambray und ſeinem Bruder Gottfried erbaute Kloſter wurde 1015 von den beiden Brüdern der Kirche St. Lambert in Lüttich geſchenkt; Biſchof Balde⸗ rich überwies dem Kloſter zwei Kirchen in der Nähe Lüttichs³); das Kloſter war im Sinne Clugnys reformirt ⁴)..
Aebte: 1. Gonzo oder Wenzo der Bruder Wazo's; er war vorher Mönch in dem Kloſter geweſen; 1055 wohnte er der Wahl Theoderichs von St. Hubert und 1059 der Kroͤnung Philipps von Frankreich bei.
2. Gislebert war unter Biſchof Otbert 1092 bei der Abſetzung Theoderich II. zugegen 5).
XII. Das Kloſter Foſſe kam ⁴) nebſt Lobach unter Biſchof Franko an Lüttich.
XIII. Alne. Außerdem werden noch drei Nonnenklöſter als zur Dioceſe Lüttich gehörig aufgeführt*): Thorn, Eike oder Eiche und Nirvelle.
Außer den Kloſterſchulen gab es in Lüttich noch einige Stiftsſchulen. Dahin gehört 1. Die Schule an der Kathedrale St. Lambert.
Dieſelbe gelangte durch Notker und Wazo bald zu einer ſolchen Blüthe, daß Schüler aus weiter Ferne herbeiſtrömten wie die Bienen ³) zu einem blühenden Baume.
Lehrer: 1. Wazo 1008—1021 ¹), derſelbe verfuhr ſehr ſtreng bei der Aufnahme, ertheilte aber ſeinen Unterricht umſonſt und verſah die ärmern Schüler noch mit allem Nöthigen ¹0).
2. u. 3. Aleſtan und Odulf.
4. Adelmann, der ſpätere Biſchof von Brescia 1027— 1047.
5. Frianko 1047—1084 der Lehrer des Cosmas, wahrſcheinlich ein Schüler Adelmanns.
2. Die Schule zu St. Vartholomäus ¹¹) in einer Vorſtadt.
Der Dompropſt Godeſchalk hatte die Kirche geſtiftet und mit Grundbeſitz zum Unterhalt für 12 Canoniker ausgeſtattet. Biſchof Reginard erhöhte dieſe Zahl auf 20 ¹⁷) und Wazo auf 30; die Schule iſt zwiſchen 1015 und 10341 eröffnet worden ¹³).
Der berühmteſte Lehrer an dieſer Schule iſt Alger. Derſelbe wirkte bis 1101 in dieſer Stellung, wo ihn Biſchof Otbert zu ſeinem Schreiber erwählte; zwanzig Jahre verwaltete er dieſes Amt und ſchrieb im Dienſte der Kirche zahlreiche Briefe, die man ſorgfältig ſammelte und als Muſterſchriften benutzte; er zog ſich ſpäter nach Clügny zurück wo er ſtarb ¹⁴).
Nach Bittner hätten die ſonſt als Domſcholaſtiker**) angeſehenen Lehrer Gozechin und ſein Schüler Walcher an St. Bartholomäus und nicht an der Domſchule unterrichtet, da in der Liſte der Domſcholaſtiker für beide kein Platz ſei ¹⁰).
Es werden ferner noch einige niedere Schulen in Lüttich mit je einem Scholaſticus erwähnt. Die Schule an dem St. Johannesſtift hatte ſchon Notker eingerichtet. Aegidius nennt einen ge⸗ wiſſen Alcold als Scholaſticus von St. Johannes und ebenſo einen Scholaſticus Heribert von St. Martin und einen Scholaſticus Azo von St. Paul).
¹) Gfrör Kirchgeſch. IV., 1,174.— 2) Bittner 44.— 3) S. 7,206.— P 7,491.— 5) 8S.
6) 8. 7,200.— 7) Bittner 44.— 8) 8. 7,211.— 9) nicht 1008— 1017 cf Bittner 8. 57 19 8.
11) Bittner 24.— 12) 8. 7,210.— 13) Bittner 25.— 14) W. 349.— 15) W. 349. H. 7,500.— 16) Bitt⸗ ner 26.— 17) Bittner 27(cf Aegid bei Chapearille I., 221. 315. 316.)


