Aufsatz 
Die Schulen im Bistum Lüttich im 11. Jahrhundert / vom ... Dute
Entstehung
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Unter den Schülern ¹) Theoderichs I. ſind zu erwähnen zwei weitere Lehrer, Lambert der Jüngere und Guido; Guido war nebſt Fulco zugleich Vorſänger; letzterer wird auch gerühmt wegen ſeiner Geſchicklichkeit im Stein⸗ und Holzſchneiden, ſowie im Malen von Vignetten; ferner ſind zu nennen ein berühmter Muſiker Helbert und ein Maler Herbert.

VII. Das Kloſter Stablo ³),

um die Mitte des ſiebten Jahrhunderts nebſt Malmedy vom heiligen Remaclus gegründet), erhielt im 11. Jahrhundert ſeine hohe Bedeutung durch den Abt Poppo(1020 1048). Dieſer früher Ritter wandte ſich plötzlich dem geiſtlichen Stande zu und wurde Mönch iu St. Thierri bei Rheims; dort lernte ihn Abt Richard kennen und gewann ihn für ſeine Reformpläne. Nachdem ihn Heinrich II. zum Abt von Stablo ernannt hatte, reformirte er nicht nur dieſes Kloſter, ſondern auch außer den bereits erwähnten die Klöſter St. Maximin, Epternach, Weißenburg, St. Gallen und andere)..

Auch die Schulen erfreuten ſich ſeiner Fürſorge; er berief tüchtige Lehrer wie Folcuin von Gembloux und Theoderich von Lobach). 6 I

Gegen Ende des Jahrhunderts geſchieht noch eines Scholaſtikers Wilibald Erwähnung, eines Schülers von Wauſſor und Mitſchüler des Richer. Er wurde ſpäter nach einander Abt in Stablo, in Corvei an der Weſer und in Monte⸗Caſino 6).

VIII. Das Kloſter St. Troud ¹),

geſtiftet im ſiebten Jahrhundert von Trudo), ſtand theils unter Lüttich theils unter Metz.

Aebte: 1. Adelard I. 1006 1034. Als derſelbe auf Anordnung des Biſchofs von Metz eine Zeit lang von ſeinem Kloſter entfernt in Metz leben mußte, ſoll das Kloſter dem Poppo gleichfalls zur Reform übergeben worden ſein 9). 3

2. Guntram 1034 1055 ¹⁰), Mönch des Kloſters und Schüler des Scholaſticus Adelard, welcher 1034 Abt in St. Hubert wurde. Guntram war berühmt wegen ſeiner Schönheit und durfte wegen ſeiner reinen kräftigen Baßſtimme an hohen Feſttagen als Chordirigent in der Kathe⸗ dralkirche fungiren ¹¹); er ſcheint auch ein Verehrer der Kunſt geweſen zu ſein.

3. Adelard II. 1055 1082, berühmt als Maler und Bildhauer ¹³).

4. Zwei Gegenäbte Lanzo und Leupo, von denen der erſtere der päpſtlichen, letzterer der kaiſerlichen Parthei angehörte 1⁵).

5. Theoderich 10991107 ¹⁸, Verfaſſer verſchiedener Werke in Proſa und Verſen.

Lehrer: 1. Der obengenannte Adelard.

2. Wolbodo, unterrichtete nicht nur in den Wiſſenſchaften, ſondern auch in Bildhauerei ¹5).

Unter den Mönchen in St. Troud ſind die beiden Lietbert und Stepelinus zu nennen, die ſich als Schriftſteller hervorgethan haben(ſ. u.).

IX. Das KRloſter Brogne, 2

geſtiftet von Gerhard 959, einem Neffen des Biſchofs Stephan von Lüttich(901 920). Das⸗ ſelbe lag zwiſchen Maas und Sambre, war anfangs vom Stifter dem Kloſter St. Denis unterſtellt, ſpäter aber wieder losgekauft und dem Biſchof Farabert von Lüttich übergeben worden 16). Unter Biſchof Otbert werden zwei Aebte von Brogne erwähnt: 1. Guaramund ¹, welcher der Abſetzung Theoderichs von St. Hubert beiwohnte und nach ihm 2. Stephanus ¹⁸), als Zeuge unter einer Urkunde.

1) 8. 8,573. 2) W. 341 Bittner 36 ff. 3) 8. 7,184. 4) W. 341. 5) Bittner 37. 6) H. 7,29. 7) Bittner 39. 9§. 7,183. 9) Bittner 39; dagegen dürfte ſprechen S. 10,233 Guntram fand beim Antritt ſeines Amtes multam paupertatem parumque in ordine vostroreieionee 10) H. 8,418. 11) Bittner a. a. O. 12) H. 8,122. 13) S. 10,239 ff. 14) S. 10,255. 15) Cr. 110. 16) W. 241. 1) S. 8,603. 18) S. 8,552. 11t 1, ge;

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