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Er hat ſowohl als Lehrer, wie durch das große Gewicht, welches ſeine Anſicht hatte, dazu beigetragen, daß im Gegenſatz zu einigen eifrig gregorianiſchen Aebten die Lütticher Kirche in ihrer Mehrzahl der Kaiſerlichen Sache treu blieb ¹). Viele Erwachſene holten ſich über ſchwierige Fragen bei ihm Auskunft ²). Zu ſeinen Schülern gehört der Fortſetzer ſeiner Kloſtergeſchichte Godeſchalk 5).
4. Guerinus, Schüler Olberts, und Propſt unter Tietmar. Er pflegte gern zu unter⸗ richten, wenn er Muſe hatte von ſeinen Verwaltungsgeſchäften ⁴), und hieß doctor Gemblacensis ⁵).
V. Das Koſter Wauſſor ³)
ſtand in geiſtlichen Angelegenheiten unter Lüttich, in weltlichen unter Metz, wodurch wiederholt Streit entſtand.—
Aebte: 1. Theoderich, ein Zeitgenoſſe Notkers.
2. Abt Erembert, von Heinrich II. gegen den von der Gegenpartei erwählten Abt beſtätigt. Erembert, ein Schüler ſeines Kloſters, iſt berühmt als Künſtler in Gold⸗, Silber⸗ und Erzarbeiten und zwei von ihm gefertigte ſilberne Altartafeln wurden noch im 13. Jahrhundert als Kunſtwerke der Sculptur hoch geſchätzt. nn. 8
Er verlegte die Knabenſchule in das nahe zu Wauſſor gehörige Kloſter Haſtière, damit die Mönche durch den Lärm der Schüler nicht in ihren Andachtsübungen geſtört würden.
3. Auf Erembert folgte Rodulf 1033—4035.
4. Da wieder Streit bei der Abtswahl entſtand, übergab Konrad II. im Einverſtändnis mit Biſchof Theoderich II. von Metz das Kloſter dem Abt Richard von St. Vannes, welcher die Clugnacenſer Reform einführte.
5. Lambert Richards Schüler.
Daß die Schule in einem guten Zuſtande war, erhellt ſchon daraus, daß ſie einen Mann wie Erembert heranbilden konnte. Von Lehrern wird namentlich erwähnt Richerus, deſſen Schüler der Verfaſſer der Kloſterchronik iſt. mr—
VI. Das Hloſter St. Hubert in den Ardennen)
wurde 817 geſtiftet von den Opfern der Gläubigen, welche zu den dorthin gebrachten Gebeinen des hl. Biſchofs Hubertus(† 727) wallfahrteten ⁵).
Aebte: 1. Adelard 1034—1055, vorher Scholaſticus in St. Trond ⁰).
2. Theoderich I. 1055— 1086, aus dem Dorfe Lerna unweit Lobach, erhielt den erſten Unterricht bei ſeiner Schweſter, einer Nonne im Kloſter Maubeuge; in ſeinem zehnten Jahre wurde er dem Kloſter Lobach übergeben. Nach Vollendung ſeiner Studien ward er Scholaſticus in Stablo 1040, darnach in St. Vannes in Verdün unter Abt Walramnus und endlich in Pont⸗a⸗ Mouſſon unter Abt Rodulf ¹⁰), 1053 wollte er eine Pilgerfahrt nach Jeruſalem unternehmen. Da ihm der Weg durch Ungarn unmöglich wurde, ging er nach Rom, von wo ihn Biſchof Theoduinus wieder zurück nach Lüttich brachte. Derſelbe Biſchof ſchlug ihn dann dem König Heinrich III. auf deſſen Anfrage als Scholaſticus für Fulda vor; Theoderich zog es aber vor, die um dieſelbe Zeit auf ihn gefallene Wahl zum Abt für St. Hubert anzunehmen.
3. Theoderich II. ¹¹), ein eifriger Anhänger Gregor's. Unter ihm hatte das Kloſter durch den Zwieſpalt zwiſchen dem kaiſerlich geſinnten Biſchof Otbert und den päpſtlich geſinnten Kloſter⸗ inſaſſen viel zu leiden, und Theoderich mußte auf kurze Zeit dem
4. Abte Ingobrand weichen ¹*).
Lehrer: Als Theoderich I. in das Kloſter einzog 1³), fand er daſelbſt 17 Mönche vor, dar⸗ unter als Lehrer der äußern Schulen Stepelinus, als Lehrer der innern Baldamus; ferner einen Organiſten Lambert, einen Vorſänger Evrardus und einen Bibliotheker Robert.
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1) W. 355.— 2) S. 8,550 Frequentabant autem eum majores natu, excellentiores gradu, acutiores sensu, si quid questionis occurreret eis, ad hunc deferre et cum eo conferre soliti— 3) S. 8,550 In coenobio Gemblacensi me, qui haec descripsi, et multo meliores erudivit.— 4) 8. 8,544.— 5) H. 7,21.— 6) Bitt. 42 u. 43 H. 7,29.— 7) Cr. 110 S. 8,572— 595.— 8) S. 7,198.— 9) Cr. 110.— 10) H. 7,22.— 11) S. 8,596 ff.— 12) Cr. 112.— 13) S. 8,572— 573.


