Aufsatz 
Die Schulen im Bistum Lüttich im 11. Jahrhundert / vom ... Dute
Entstehung
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Zu den Moͤnchen dieſes Kloſters gehörte der ſpätere Abt Heribrand von St. Lorenz, Lehrer Ruprechts

von Deutz ¹). en III. Das Kloſter Yobach ²)

an der Sambre im Hennegau gehoͤrte urſprünglich zur Diöceſe des Biſchofs von Cambrai, wurde aber von König Arnulf 889 mit Lüttich vereinigt und zwar in der Weiſe, daß der jeweilige Biſchof von Lüttich zugleich Abt dieſes Kloſters ſein ſollte; in geiſtlichen Dingen blieb es jedoch unter Cambrai ³⁵). Das Kloſter war im Anfang des 10. Jahrhunderts ſehr reich, beſaß 153 Ortſchaften und hieß die goldne Au.

Aebte: 1. Heriger 9901007, Freund Notkers, ſeit 955 Mönch der Kloſters. Zu ſeinen Schülern gehoͤrt Wazo, Olbert, Burchard von Worms und Adelbold von Utrecht), eine Zeit lang Geheimſchreiber Heinrichs II.).

2. Ingobrand, der wegen ſeines anſtoßigen Lebenswandels von den Biſchöfen abgeſetzt wurde. Das Kloſter wurde darauf

S)e ard von St. Vannes zur Reformation übergeben, der es bis zum Jahre 1028 ver⸗ waltete).

4. Hugo, ein eifriger Verehrer der Wiſſenſchaft.

5. Am Ende des Jahrhunderts wird noch ein Abt Arnulf erwähnt, nach deſſen Tode 1094 das Kloſter den alten Ruf der Frömmigkeit und Wiſeenſchaftlichkeit verlor. Auch war der alte Reichthum dahin, denn die Noth war oft ſo groß, daß die Mönche jetzt kaum den nöthigſten Leben⸗ unterhalt hatten).

Unter den Lehrern iſt beſonders Heriger ſelbſt zu nennen, ſowie Theoderich von St. Hubert, der von Richard zum magister scholarum gemacht ³) um 1029 die kleinen Schulen leitete).

IV. Gembloux ¹⁰)

eine Stiftung Wicberts 919; derſelbe zog ſich ſpäter in's Kloſter Gorze zurück, deſſen Ordnungen er auch in Gemblour einführte, und ſtarb 962.

Aebte: 1. Erlum II. 9911012; unter ihm zerfiel das Kloſter und viel Kloſtergut wurde verſchleudert.

2. Olbert 1012 1048 ſtellte die Zucht wieder her, brachte die äußern Güter wieder her⸗ bei und nahm ſich beſonders der Schulen an. Er war in Lobach unter Heriger gebildet und hatte dann noch die Schulen von St. Germain, Troyes, wo er Aldradus, und Chartres wo er Fulbert gehoͤrt hatte, beſucht; 1020 übertrug ihm Balderich auch St. Jakob.(ſ. o.)

3. Myſach, Mathelinus oder Mascelinus, ein Verwandter und Schüler Olberts 1048 1071. Derſelbe war auch ein Schüler Richards 1¹¹).

4. Tietmar 10711092, ein Schüler des Kloſters ¹²).

5. Liethard 10921112, ein Schüler ſeiner drei Vorgänger, ein geſchickter Verwalter, der das Kloſtergut ſehr mehrte ¹⁵).

Lehrer: 1. Olbert ſelbſt; derſelbe war durch ſeine Gelehrſamkeit ſo berühmt geworden, daß Cleriker und Hofleute kamen, um ſeine Vorleſungen zu beſuchen ¹⁴.

2,15 olkuin, Bruder Myſachs, wurde ſpäter Lehrer in Stablo und Abt von St. Vincent in Metz ¹⁵).

3. Sigebert ¹⁰⁸), ein Belgier von Geburt um 1030 geboren, Mönch in Gembloux, wo er noch unter Olbert die ausgezeichnete Schulbildung erhielt.

Folkuin berief ihn als Lehrer nach Metz, wo er bis 1070 blieb. Den Reſt ſeines Lebens verbrachte er in ſeinem Kloſter; er ſtarb 1111.

1) H. 7,20. 2) V. 1112 lat. Laubacum, Laubia, Laubiae, Lobia. franz. Laubes, Lobdes, Lobe. 3) S. 7,445, Anm. 63. 4) Bittner 34.. H. 7,253. M. Wittmer 36. 7) Cr. 136. 8) Bitt. 36. 9) H. 7,624. 19 W. ff. 11) 8. 8,542. 12) S. 8,545. 13) S. 8,546 u. 548. 14) 8. 8,541. 15) Cr. 113. 16) W. 354.

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