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(niota, got. niutan, ahd. niozan, nhd. nießen, genießen, urspr. fangen). Zu vgl. Odins Ring Draupnir, die Wünschel- rute des NL.(1064), der Ring Otnits etc.— Uber die Götter-Trilogie Odin-Hoenir-Loki= Luft-Wasser-Feuer s. Simrock, Myth. a. v. O.
²) Die Gnitaheide ist nach dem Itinerarium des Abtes Nicolaus(Mitte des 13. Jahrh.) zwischen Paderborn und Mainz gelegen, die Stelle, wo Sigurd den Fafner erschlug(er Sigurdr và at Fafni). Schierenberg, Die Götterdämmerung, erkennt darin die Stelle der Varusschlacht().
*) VS. c. 1—- 12. UÜber diese von den Franken(Rheinfranken) ausgegangene und von dem Norden aufge- nommene Sage s. Müllenhoff, Die alte Dichtung etc.— Der Name Wals, Walis, ags. Väls, bezeichnet ihn nach J. Grimms glücklichem Funde(Zs. I 3) als erwählten, echten Liebling des Gottes und demgemäß das Patrony- micum(Völsungr) auch seine Nachkommen als dessen echte, geliebte Abkommen“. Der Name fordert einen Gegensatz, der uns in Siggeir als dem Sprößling einer andern, auf denselben Stammvater(Sigi) zurückzuführenden, an Macht und Ausdehnung der Herrschaft weit überlegenen, an Heldenkraft und wahrer Heldentugend ebenso weit nachstehenden Linie entgegentritt.
4) ‚Manche meinen, es sei König Siggeirs Mutter gewesen, die durch Zauberei die Gestalt einer Wölfin an- genommen’(VS. c. 5).
⁵) Sigmund hatte auf Signys Rat schon zwei Söhne Siggeirs getötet, weil sie sich als untauglich zum Werk der Rache erwiesen hatten. Nach anderer Überlieferung fielen beide Söhne vor dem Ausbruch des Kampfes in der Halle durch die Hand des Sinfiötli(c. 8). Beide Darstellungen fanden dann neben einander Platz.
) vargr= Wolf und Verbannter; vgl. vargr t véum! der Wolf im Heiligtum!(Fridpiofss. c. 10).
*) ristu af magni mikla hellu
Sigmundr hiörvi ok Sinfiötli.
³) ‚Er selbst(Odin) stößt das Schwert in den Baum, als beide Geschlechter eben auf dem Punkte stehen, sich friedlich mit einander zu vertragen, und stiftet so die Fehde an, die zwar das neue Geschlecht an den Rand des Verderbens bringt, aber nur, damit in Sigmund und Signy die angeborene Heldenkraft sich desto vollständiger offenbare“(Müllenh. a. a. O.).
⁵) Von hier ab vermischt sich mit der fränkischen Sage von Sigmund und Sinfiötli(Sintarfizzilo— ‚und von Sintarfizzilo ist im 8. u. 9. Jahrh. bei den Baiern nicht ohne Sigmund gesungen worden’—) die auf norwegischem Boden ausgebildete Helgisage. Helgi, des Sigmund und der Borghild von Bralund Sohn, erhält von seinem Vater ein Schwert, die ‚Schlacht-Blutschlange“, als Wiegengabe. In seinem 15. Jahre erschlägt er den König Hunding von Hundland, der seinem Vater ein böser Nachbar gewesen war. Seitdem heißt er der Hundings- töter(Helgi Hundingsbani). Aber Hundings Söhne lauerten dem Mörder ihres Vaters auf, und immer mußte er auf der Wacht stehen. Als er nun einst am Meere saß, da erschien ihm ein Lichtglanz, und 9 Walküren ritten durch die Luft; die vorderste aber war die schönste unter ihnen. Und sie nannte ihn mit seinem Namen, Helgi“ (in Helgakvida Hiörvardssonar giebt Swawa den Namen dem bis dahin stummen Helgi) und sagte ihm, daß sie ihm das Schwert geschärft, mit dem er Hunding erschlagen; aber ihren Namen nannte sie nicht. Da erfaßte die Seele Helgis eine tiefe Sehnsucht. Hundings Söhne aber ließen ihn nicht ruhen, bis es zu einer großen Schlacht kam, in der sie alle erschlagen wurden. Als Helgi auf der Walstatt saß, da ritten die Walküren über ihn der Heimat zu. Eine derselben aber ließ sich an Helgis Seite nieder. Der gestand ihr, wie er sich alle Tage nach ihr gesehnt. Da küßte sie ihn, nannte ihren Namen Si grünt und erzählte ihm, wie ihr Vater Högni sie dem Hödbrodd, dem Sohne Granmars, verlobt habe. Sie aber möge ihn nicht leiden und habe ihn geschmäht und ihre Liebe zu Helgi, dem Sohne Sigmunds, gestanden. ,So habe ich meines Vaters Freude gebrochen, und gegen mich erhob sich der Zorn der Könige. Nicht säumen wird Hödbrodd, die Braut zu holen— es sei denn, daß du, o König, die Maid dir erkümpfste.— ‚Da gab es ein Schwingen der schwirrenden Schwerter, wie sie ein- ander am Wolfstein trafen. Es fiel Granmars und ebenso Högnis ganzes Geschlecht. Nur Dag(Dagr), der jüngere Sohn Högnis, hatte Frieden erhalten und den Wölsungen Eide geleistet.— Helgi tröstete Sigrun über den Verlust ihrer Sippe und nahm sie zum Weibe. Aber er ward nicht alt. Dag opferte Odin um Vaterrache, und Odin lieh ihm seinen Speer. Damit durchbohrte er Helgi, seinen Schwager, und brachte Sigrun die Nach- richt nach Sevafiöll. Laut rang sich der Schrei aus Sigruns Brust, da sie das Schreckliche vernahm. Jede Buße wies sie zurück und sann auf Rache für Helgis Tod. Der aber war nach Walhall eingegangen, wo er, von Odin hochgeehrt, auch Högni und Hödbrodd als wackere Kämpfer freudig begrüßte, während Hunding aus der Mitte der Helden hinausgewiesen wurde(vgl. Anm. II 3).— Als nun eines Abends Sigrun weinend in ihrer Halle saß, da kam ihrer Mägde eine, die mit der Herrin abwechselnd an Helgis Hügel wachte, und meldete dieser, Helgi sei gekommen, habe sein Grab erschlossen und bitte Sigrun, ihm das Blut zu stillen. Freudig eilt Sigrun hinaus und will den entseelten König küssen. Der aber wehrt ihr und spricht:


