Aufsatz 
Die nordische Gestalt der Nibelungensage und die neuere Nibelungendichtung / von Landmann
Entstehung
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kommen sie an einen Bach. Gunnar und Högni legen sich nieder, um zu trinken, darnach auch Sigurd. Högni erhebt sich und stößt seinen Speer Sigurd zwischen den Schultern hindurch ins Herz. Alsdann fahren sie die Leiche zur Burg und verfen sie Grimhilden ins Bett(!) Von Brynhild ist nicht weiter die Rede.*)

c. Die Etzelsage(Atlasaga).*)

1) Krimhilds Klage.) Lange hatte Gudrun bei dem toten Sigurd gesessen. ‚Sie weinte nicht, wie andere Frauen; aber sie war bis zum Zerspringen von Gram erfüllt. Als sie endlich die Wohlthat der Thränen gefunden hatte, hielt sie es nicht länger mehr im Hause aus; und sie entwich in den Wald und wanderte, bis sie zu König Alfs Halle kam. Dort lebte sie bei Thora, Hakons Tochter, sieben Halbjahre. Und sie webte viel Heldenthaten und Kämpfe und stickte in Gold ,deutsche Säle und dänische Schwäne', auch wie Sigmunds Schiffe in See stachen und ‚wie Sigmund in Südland mit Siggeir kämpfte.*) Damit ergötzten sie sich, und fand Gudrun einigen Trost in ihrem Harm.

2) Krimhild und Etzel.¹) Nach Sigurds Tode hatten Gunnar und Högni den Nibelungen- hort für sich hinweggenommen. Atli, Budlis Sohn und Bruder der Brynhild, verlangt von den Giukungen Sühne für der Schwester Tod. Sie verständigen sich dahin, daß Atli Gudrun zum Weibe nehme. Grimhild fährt mit den Söhnen und Atlis Boten nach Dänemark. Gudrun weigert sich; da gebraucht Grimhild ihre alten Künste: durch einen Vergessenheitstrank, den sie Gudrun reicht, erlangt sie deren Einwilligung. Gudrun wird mit Atli vermählt; ‚doch nimmer wollte ihr Herz ihm zulachen, und wenig liebevoll lebten sie mit einander.

3) Der Nibelungen Heerfahrt.**) Nach einiger Zeit sendet Atli Boten ins Land der Giu- kungen und läßt seine Schwäger zu einem Feste einladen. Gudrun aber argwöhnte Verrat an ihren Brüdern. Da ritzt sie Runen in einen Goldring den Andwaranaut, knüpft ein Wolks- haar darum und übergibt ihn Wingi, dem Führer der Boten. Der aber ändert die Runen 80, daß sie eine Aufforderung Gudruns enthalten. Am Rheine wird die Botschaft mit geteilten Ge- fühlen aufgenommen. Högni, den das Wolfshaar bedenklich gemacht, warnt vor der Fahrt, auch Kostbera, seine Gattin, die die Runen für gefälscht erklärt. Aber Wingi macht Gunnar Hoff- nung auf Herrschaft an Atlis Stelle, der schon alt und dessen Söhne zu jung und zur Regierung unfähig seien. Also wird die Reise beschlossen, und auch die bösen Träume, die Kostbera und Glaumvör, die Gattin Gunnars, ihren Männern erzählen, können diese nicht zurückhalten. Wohl aber versenken sie vor der Abfahrt den Nibelungenhort in den Rhein. Dann gehen sie trotzig dem Verhängnis entgegen.

Sie schafften, daß bald ihr Schiff zerbrach, Die Riemen rissen, die Ruder knickten

Beim Rückwärtsstoßen mit starken Schlägen. Sie gingen von Bord und banden's nicht fest.

Indem sie auf die Königsburg zureiten, finden sie dieselbe verschlossen und Lärm und Waffengetöse darin. Wingi gesteht den Nibelungen, daß er sie betrogen habe. Da stoßen sie ihn nieder und schlagen ihn mit Axthämmern zu Tode.

4) Der Nibelungen Not.*¹*) In der Königsburg stehen die Mannen Atlis zum Kampfe be- reit. ‚Seid uns willkommen', ruft Atli den Nibelungen zu, ‚und gebt uns den Hort, den Sigurd besaß und der nun Gudrun gehört. Gunnar aber ruft dagegen: ‚Nimmer erhältst du den Hort. Bietet ihr uns aber Kampf, so werdet ihr es mit tapfern Männern zu thun haben. Da beginnt ein harter Kampf. Und drang nun die Kunde zu Gudrun.