gehen(vgl. geben und Gift, mögen, mag, und Macht, laden und a,ei⸗ Hiernach muste B vor einem unmittelbar(nicht durch Vocalausfall) fo genden t zu s werden. Allein bei den Dentalen gieng diese Lautwande- lung noch weiter, indem sich das t dem vorhergehenden s assimilierte, und so erhielten wir z. B. von dem Praeterito-Praesens wißen(s. III.) fol gende Formen:
goth. ahd. mhd. Praes. Ind. 1. väit weiz weiz 2. väis-t wels-t weis-t 3. väit weiz weiz Pl. 1. vitum wizum ès(22) wizzen ete. etc. etc. Conj. 1. vitjäu wizi, wizzi wizze etc. otc. etc. Praet. Ind. 1. vissa(= vitda) wissa, wista wisse, wiste(auch-ö-) und durch Einw. etc. etc. etc. des u: wuste, woste. Conj. 1. vissèdjäu wissi, wisti wie Ind., aber auch wüste ete. eto. etc. Part. Praet. vitan wizzan(schwach) gewist, gewöst, gewösset.
Daraus ergeben sich für dieses Verbum, sowie für das demselben Gesetze unterworfene müßen folgende historisch richtige Formen mit st:
du weist, ich wuste ete., ich wüste etc., gewust(f. gewist) „ must,„ muste ete.,„ müste etc., gemust*).
Unter dasselbe Gesetz fallen die Formen bewust mit Bewustsein, gewis, gewisser, mit Gewisheit, die Superlative best und gröst (letzteres jedoch auch häufig größest; vgl. auch engl. best und greatest), sowie die oben verzeichneten Wörter Mast, Meste, Obst, Rost und rösten, welchen sich auch die Zusammensetzungen Rüster und Sams- tag anreihen laßen.(Vgl. auch Drossel mit lat. turdus S. 48.)
Nicht anwendbar ist dieses Gesetz auf die Fälle, in welchen’t in- folge späteren Lautausfalles an EB herantritt. So wenig also in den oben angegebenen Wörtern das’t in gibt(f. gibet), mögt(f. möget), lädt(von laden) den vorhergehenden Consonanten alteriert, ebenso wenig hat es in ißt, läßt etc. einen verändernden Einfluß auf B.
Anderer Art ist die durch mitteldeutschen Einfluß(s. Abschn. I. über die Schreibung des Isidorus) eingetretene Erweichung des E in Ameiße, Bimßstein, Binße, Erbße, feißt, Gemße, Krebß, Kreiß, Loß, Simß, selbst in bloß, Kloß, Schoß etc., für deren Schreibung mit s kein lautlicher Grund vorliegt,**) während bei aus, bis, das, es, was, sowie bei der sächlichen Endung-es der häufige Gebrauch, verbunden mit dem geringen Gewicht der Silben, eine Schwächung in der Aussprache ebenso begreiflich er- scheinen läßt, wie im Englischen bei der Endung der 3. Person Sing. die Schwächung der Endung-eth,-th in-es, s(s. Mätzn. I. 133, 322), oder
*) Ueber die ganz analogen ags. Formen s. Mätzn. I. 372 f.
*˙*) Ein vereinzeltes Beispiel solcher Erweichung, die bereits im Alt- und Mhd. eingetreten, scheint a. flins, m. vlins= Feuerstein, Kiesel, gegenüber ags. und engl. flint(mit gr. ⁵ειν˙α stimmend?) woraus nhd. PFlinte, fr. flin= Donnerkeil, Wetastein (Diez II. 297). S. indessen Curt. nr. 368.— In ühnlicher Weise hat das Niederd. Säms= Simf, während dasselbe in den übrigen entsprechenden Wörtern sein t festhält.


