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V. Der Sauselaut s und seine Berührungen mit B.
Während das historisch richtige f seine Entstehung einer Lautrotation verdankt, deren erste Stufe(griech., lat. etc.) und deren zweite Stufe (goth., niederd. etc.) t zeigt, so ist der Sauselauts— von den eng- lischen Grammatikern hissing sound genannt im Gegensatz zu jenem Zisch- laut, dem buzzing sound— in allen Sprachen des indogerma- nischen Sprachstammes wesentlich derselbe*). Er wird von den griechischen und lateinischen Grammatikern als Halbvocal bezeichnet und läßt diese seine halbvocalische Natur im Hochdeutschen wie im Angel- sächsischen und Englischen, übereinstimmend mit dem Lateinischen,**) in der Erscheinung des Rhotacismus, d. h. des Uebergangs in r und des Wechsels mit diesem liquiden Laute deutlich erkennen.(Näheres darüber s. vn— Wir vergleichen hier, unserem Zwecke gemäß, hauptsächlich das Neuhochdeutsche und Englische und werden nur gelegentlich durch Hinweisungen auf verwandte Gebiete die Uebersicht zu erleichtern suchen.
1. Einfaches neuhochdeutsches s entspricht einfachem englischem s a) im Anlaute. Man vergleiche
Saat mit seed Sang m. son Seife m. soap sinken m. sink Sache„ sake Sattel„ saddle seit„ sith sitzen„ sit Sack„ sack Sau„ sow Seite„ side Sohle„ sole säůen„ sow sauer„ sour selb„ self Sohn„ son Saft„ sap ſsaugen„ suck senden„ send solch„ such sagen„ say Saum„ seam sengen„ singe sondern„ sunder Säge„ saw sechs„ six Sieb„ sieve Sonne„ sun Sahl(buch)„ sale See„ sea sieben„ seven Sorge„ sorrow Sahl(weide)„sallow Seele„ soul siech„ sick suchen„ seek Salz„ salt Segel„ sail sieden„ seeth Süd„ south (zu)sammen„ same sehen„ see Siegel„ seal(ge)sund„ sound Sand„ sand Sehne„ sinew Silber„ silver Sünde„ sin sanft„ soft(ver)sehren„ sore. singen„ sing süß„ sweet.
Eine nicht unbeträchtliche Einbuße hat das anlautende s im Nhd. gegenüber dem Alth. sowie dem Engl. in der Verbindung mit den Liquiden 1, m, n, w erlitten, indem es hier regelmäßig in sch übergieng.***) Man vergl.
schlafen m. sleep schmal m.small schnarchen m. snore Schwalbe m. swallow schlagen„ slay schmauchen, smoke Schnauze„ snout Schwan„ swan schlau„ sly schmecken„ smack Schnecke„(snag) Schwarm„ swarm schlecht„ slight schmeißen„ smite(Sehte pe„ snail schwarz„ swart Schlehe„ sloe schmelzen„(s)melt Schnee„ snow Schwein„ swine Schleim„ slime Schmerz„ smart Schnepfe„ snipe Schweilß„ sweat schleißen„ slit Schmied„ smith[schnippen„ snip ſschwellen„ swell Schloße„ sleet schmieren„ smear schnüffeln„ sniff[Schwert„ sword Schlummer„slumber schmuck„ smug schnupfen„ snuff schwimmen„ swim schlüpfen„ slip Schmutz„ smut Schnur„ snare schwören„ swear.
*) Im Griech. kommt der Spiritus asper als Vertreter des s hinzu. Man vergl. außer den naheliegenden lat. Wörtern wie satum, sero, seco, sal, sus etc. die aspi- rierten griech. Formen dizn(zu ahd. salaha= Sahlweide), A*⁵&, Aα, k, ö-ee(zu See), dwrd, 6-, u6, ds, ös neben ıς ete. und über Spir. lenis statt asper Curt. 614 ff.
**) vgl. gero mit ges-(Perf. ges-si), uro mit us-(Perf. us-si), generis mit genus (griech. entspricht Elision: Tενονα—= 7 νεο˙= 7(* εσοσς).
***) Dieselbe Wandelung hat in Süd- und Mitteldeutschland auch die Aussprache des sp und st ergriffen, ohne jedoch hier durch die Schrift ausgedrückt zu werden.— Ueber in- und auslautendes sch= s siehe unter b).
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