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Parasitismus ist, so gibt es andererseits auch viele Fälle, in denen parasitische Pilze auf einer ganzen Reihe von Nährpflanzen beobachtet werden, sodaß bei der nahen Verwandtschaft des Selleries und der Petersilie ein Ubergang von der einen auf die andere Nährpflanze nicht weiter wundernehmen könnte. Auch Beobachtungen über das gleichzeitige Auftreten, beziehungsweise über das Fehlen des einen oder anderen der drei Pilze im Freien in benachbarten Kulturen berechtigen nicht zu Schlüssen über ihre systematische Stellung. Soll die Frage entschieden werden, ob sie als identisch oder als spezialisierte Rassen oder als eigene Arten zu betrachten sind, so ist zunächst not- wendig, sie in morphologischer Hinsicht einer vergleichenden Untersuchung zu unterziehen, insbesondere das Krankheitsbild, sowie den mikroskopischen Befund einander gegenüberzustellen, sodann ihr Verhalten in Reinkulturen, also sozusagen unabhängig von den Einflüssen ihres besonderen Substrates zu untersuchen und schließlich durch Infektionsversuche festzustellen, ob ein UÜber- gang der Pilze von einer Nährpflanze auf die andere möglich ist. Den sichersten Aufschluß über die Verwandtschaft gäbe natürlich die Feststellung der Zugehöõörigkeit der Pilze zu der- selben, beziehungsweise zu verschiedenen Perithecienformen. Nun hat man aber erst bei ganz wenigen Fungi imperfecti die höheren Fruchtformen nachweisen können, in weitaus den meisten Fällen sind sie nicht bekannt. Bei einer Art der Gattung Septoria, nämlich Septoria piricola Desm., kennt man allerdings den zu- gehörigen Ascomycet ¹), doch gelang es bisher nicht, bei Septoria Apii eine höhere Fruchtform nachzuweisen.
Eine vergleichende Untersuchung der drei Pilze hat neben dem theoretischen auch praktisches Interesse, da die Beantwortung der Frage, ob die Pilze von einer Pflanze auf die andere übergehen oder nicht, für die Bekämpfung der Krankheiten, vor allem der Blatt- fleckenkrankheit des Selleries, wesentlich ist. Ehe ich jedoch zur Be- schreibung der Untersuchungsresultate übergehe, sind einige Be- merkungen notwendig über das hier übliche Verfahren bei der
Kultur des Selleries und der Petersilie.
Um recht frühzeitig kräftige Pflanzen für das freie Land
zu erhalten, erfolgt die Aussaat der Samen meist schon Mitte
¹) H. Klebahn, Unters. über einige Fungi imperf. V. Zeitschr. f. Pflanzenkr. XVIII, 1908, S. 12.


