Aufsatz 
Zur Heterophyllie der Phanerogamen im allgemeinen und des Efeu im besonderen
Entstehung
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Volke die verständig-besonnene Kernnatur Talbots gegenüber. So erhebt sich Posa in der Mitte zwischen dem eisernen Philipp und dem gefühlsweichen Don Carlos, so stellen Max und Thekla das natürliche Recht des Gemütes in einer Welt selbstsüchtiger und ränkeschmiedender Charaktere dar. Auch ist Schiller kein törichter Optimist, der eine Welt ohne Gebrechen für möglich hält, noch heißt er uns die Gegenwart mit vorschneller Hast auffassen. Aber er öffnet uns das Auge für die ungehobenen Schätze in unserem Innern und macht uns, um ein Wort Roseggers anzuführen, ebenso glücklich, wie wir durch Goethe klüger wurden.

Unser Zeitalter, diese Epoche platten Wirklichkeitssinnes und äußerster Empfindungsarmut, ist, wie Gottschall treffend sagt, nur zu leicht geneigt, die Schillerschen Ideale als die abgeblaßten Tapetenbilder eines Festsaales anzusehen, der nur für besondere Zwecke geöffnet wird. Gebe Gott, daß wir uns zeitlebens von solcher Nüchternheit freihalten und nimmer die Mahnworte vergessen, die Schiller an einen jeden von uns richtet:

.... daß er für die Träume seiner Jugend Soll Achtung hegen, wenn er Mann sein wird, ........... daß er nicht,

Soll irre werden, wenn des Staubes Weisheit Begeisterung, die Himmelstochter, lästert!

Hierauf folgteDas Lied von der Glocke von Friedrich Schiller, in Musik gesetzt von Andreas Romberg und für Chor, Deklamation und Klavierbegleitung eingerichtet von Kriegeskotten. Die Klavierbegleitung führte der Abiturient Georg Reininghaus durch, die Meistersprüche sang der Septimaner Vinzenz Wurzinger, die einzelnen Deklamationen waren passend auf die Schüler Hein- rich Freiherr v. Doblhoff(I. Kl.), Johann Heinzl(II.), Josef Voltan(III.), Siegfried Lorber(IV.), Erwin Moser(V.), Gustav von Hornik(VI), Friedrich Tax(VII.) verteilt.(Um die Einubung dieser Deklamationen hatte sich Professor A. Cafasso, um die Einübung der Chöre Gesangslehrer A. Kuhn verdient gemacht.) Den Schluß der Feier bildete der Vortrag von Goethes Epilog durch den Abiturienten Vinzenz Zitta. Herr Bezirkshauptmann Rudolf Freiherr von Camerlander hatte die Anstalt durch seine Anwesen- heit bei dieser durchaus gelungenen Feier beehrt. Der gleichfalls eingeladene Bürgermeister Herr Dr. Josef Grübler war durch Berufsgeschäfte am Erscheinen verhindert worden. Gewissermaßen zur Krönung des Werkes unternahm Professor Artur Cafasso mit ca. 40 Schülern der oberen Klassen am 14. Mai eine Fahrt nach Graz, um der Aufführung von SchillersJungfrau von Orleans im Park- theater anzuwohnen.

Die schriftliche Maturitätsprüfung des Sommertermins wurde in der Zeit vom 22. 26. Mai vorgenommen.

Am 13. Mai demonstrierte Professor Karl Huber im physikalischen Hör- saale an den neu angeschafften Apparaten die Röntgenstrahlen, Tesla-Versuche und Marconi-Telegraphie.

Den 31. Mai gab der Direktor zu Schülerausflügen frei. Die Schüler unternahmen klassenweise mit ihren Klassenvorständen oder anderen Professoren Ausflüge nach verschiedenen Orten Obersteiermarks, namentlich auf die Berge.

Die letzte hl. Beichte des Schuljahres fand am 6. Juni nachmittags statt, die hl. Kommunion folgte am 7. Juni morgens.

Am 22. Juni schloß Gymnasiallehrer Dr. Ludwig Lämmermayr die Reihe der zwanglosen Ausflüge, die er als Fachlehrer für Naturgeschichte zur Belebung und Vertiefung des naturwissenschaftlichen, insbesondere des botanischen Unterrichtes sowie im Interesse einer gründlichen Kenntnis der heimischen Flora im Laufe des Sommersemesters mit sämtlichen Klassen, in denen Botanik vorgetragen wird, außerhalb der Schulzeit unternahm: im Monat