Aufsatz 
Zur Heterophyllie der Phanerogamen im allgemeinen und des Efeu im besonderen
Entstehung
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Aber das Erhabene und Unvergängliche seiner Erscheinung ist nicht das Auf- gehen in die ldeen der politischen Erlösung, sondern die Sehnsucht nach der Freiheit jener Welt, die sich über der sichtbaren Schöpfung wölbt und in der er Herr und König war. Denn dieses Reich der hängenden Gärten, das holde Lichtland unerschöpflicher Phantasie war seine eigentliche Heimat. Aus den Erbärmlichkeiten dieser Erde floh er auf die ragenden Höhen seines sitt- lichen Willens. Hier reifte seine Kunst zur Vollendung, hier fand er jene Harmonie, die nur ihm eigen ist: die Harmonie zwischen Sittlichkeit und Schönheit. Er teilte zuerst der Kunst die hohe Aufgabe zu, die Leiden- schaften zu klären, die Anschauungen zu vertiefen und zu veredeln, die Menschen sittlich zu befreien. Damit sie aber dies vermag, muß der Künstler selbst den sittlichen Frieden in sich tragen. Schiller trug diesen in sich, gleich einem jener Weisen Platos, die aus den schattendunklen Höhlen der Erde auf jähem Pfade zur Oberwelt emporgestiegen und sich dann, frommer Freuden voll, wieder zu den Höhlenbewohnern zurück wandten, um in ihnen die Sehnsucht nach dem Lichte zu wecken. So sah Schiller die Kunst als einen der Menschheit geleisteten Dienst an. Dabei bestand für ihn die Freiheit des Geistes, die er sich und der ganzen Menschheit erringen möchte, in der Aufhebung der Gegensätze, die unser Innenleben durchwühlen.

Sein Lebensgang selbst, dieses typische Leben des Schönheitssuchers, des Künstlers, ist zersetzt von Widersprüchen höchster Tragik: Von der Zeit an, da er auf seine Heimat verzichtet und der Stimme des Gottes in seiner Brust gehorcht, sagt er sich zugleich von der ganzen Ruhe und Behaglichkeit des Alltagslebens los; mit würdiger Ergebung beugt er sich dem Joche der Armut, nie verletzt er bei der notwendigen Rücksicht auf den Broterwerb den Adel des Künstlers; und gerade damals, als er schon den Todeskeim in sich spürte, stellte er sich die allerhöchsten Ziele und schlug noch sterbend die Augen auf zu den fernen unerreichten Gestalten seines Wunsches. Die meisten Personen seiner Dramen stehen unter der Signatur dieser tragischen Erhabenheit. Sie alle tragen ihr Geschick nicht als eine Last des Schicksals, sondern als etwas Selbstgewolltes, als Heldenehre. Für die ldee, die ihr Lebensinhalt ist, stehen und fallen sie. Wie Schiller selbst verbinden auch sie oft den Tatendrang einer echt männlichen Natur mit zarter Liebe und Hingebung. Dadurch kommt die Erscheinung einererhabenen Grazie zustande, mit der man Schillers Wesen gern kennzeichnet. Sie ist ausgedrückt in den Worten Theklas:

Selbst die Liebe wie in Stahl gerüstet, Zum Todeskampf gegürtet, tritt sie auf. Diese drei sich ergänzenden Elemente: Freiheitsdrang, Aufschwung der Ideen und Walten einer erhabenen Grazie zeigen in eins gefaßt das vorwiegend Heroische seiner Natur. Schon dieses wies ihm das Drama als allein mögliche Ausdruckstorm an. So gibt sich aus der rein persönlichen auch die literarische Bedeutung Schillers; er ist der größte Bühnendichter seiner Nation. Er ist es aber nicht durch die Entfaltung individualisierter Charaktere oder durch direkte Gestaltung seines eigenen Erlebens, wie Goethe, sondern eben durch jene weltbewegenden allgemeinen Ideen, die die ganze Menschheit gleich ihn berühren. Die Theorie aller seiner Dramen finden wir im Prolog zuWallenstein: 5,..... Nur der große Gegenstand vermag Den tiefen Grund der Menschheit aufzuregen, Im engen Kreis verengert sich sein Sinn, Es wächst der Mensch mit seinen größern Zwecken. Und jetzt an des Jahrhunderts ernstem Ende, Wo selbst die Wirklichkeit zur Dichtung wird, Wo wir den Kampf gewaltiger Naturen Um ein bedeutend Ziel vor Augen sehen,