Aufsatz 
Zur Heterophyllie der Phanerogamen im allgemeinen und des Efeu im besonderen
Entstehung
Einzelbild herunterladen

13

schicht wird(isolateraler Bau). Erstere haben ferner Spaltöftnungen nur unten, letztere oben und unten. Korkwucherungen treten bei den Sichelblättern häufig, seltener bei den Eiblättern auf.

Thymelaeaceae: Passerina hirsuta hat in der Jugend abstehende, später anliegende Blätter(Pasquale).

Proteaceae: Protea-, Banksia-Arten haben oft auf derselben Pflanze sehr verschieden gestaltete Blätter, z. B. geteilte Primärblätter, ganzrandige Folgeblätter(Warming).

Papilionaceae: Primärblätter verschieden von den Folgeblättern bei Carmichaelia australis und Bossiaea heterophylla(Goebel). Machaerium oblon- gifolium, ein brasilianischer Zweigklimmer, gab Schenck Gelegenheit, an jungen Exemplaren einfache Blätter zu beobachten, während ältere Pflanzen im all- gemeinen dreizählige Blätter besitzen. An einem blútentragenden Zweige wurden außer den dreizähligen auch gefiederte Blätter beobachtet. Auch hier können an den untersten Internodien der Seitenzweige älterer Langtriebe Rückschläge auf die einfache Blattform auftreten. Schenck vermutet, daß einfache Blätter allgemein den Jugendformen der Machaerien zukommen. Im allgemeinen aber ist, wenn man von der totalen Verkümmerung der Folgeblätter bei Ulex euro- paeus absieht, diese große Familie arm an derartigen Erscheinungen.

Mimosaceae: DerDimorphismus bei Acacia heterophylla besteht darin, daß auf die gefiederten Primärblätter Phyllodien, dann wieder gefiederte Blätter folgen, gehört also nicht hieher.

Primulaceae: Androsace sarmentosa bildet im Herbst nach Goebel dichte Rosetten kleiner Blätter, im Früuhjahr locker gestielte, größere Blätter.

Solanaceae: Solanum Dulcamara zeigt an den oberen Blättern der Zweige sonderbare Ausschnitte, die von Kerner als Lichtdurchlaßstellen ge- deutet werden.

Scrophulariaceae: Veronica cupressoides, eine neuseeländische Art, Xerophyt, hat cupressineenartigen Blatthabitus. Die Primärblätter sind dagegen abstehend, gestielt, wie sonst bei Veronica-Arten. Bei Kultur im feuchten Raum, offenbar aber auch uuter anderen ungünstigen Verhältnissen treten auch gelegent- lich als Rückschlag wieder Primärblätter auf(Goebel). Die Myrtacee Melaleuca micromera zeigt dieselbe Erscheinung.

Leutibulariaceae: Pinguicula heterophylla hat außen elliptisch eiförmige, dem Boden anliegende Blätter; die inneren Blätter sind schmal und lang. Uber- gangsformen existieren. Die äußeren Blätter sind nach Goebel wohl die am Ende der Vegetationsperiode gebildeten Zwiebelblätter, welche aber den Laub- blattcharakter noch nicht verloren haben.

Bignoniaceae: Tecoma radicans zeigt wie die kletternden Ficus-Arten, Aroideen und Hedera einen Dimorphismus der Sprosse und Blätter. Bignonia argyro-violacea wird von Kerner ausführlich beschrieben:Die einen(Blätter) sind ungeteilt und ihre Spreite wird an den älteren, dicken Stämmen recht groß; die anderen tragen wie die Blätter der Lathyrus-Arten an einem Stiele zwei gegenständige Teilblättchen und endigen mit einem durch Metamorphose aus dem Endblättchen hervorgegangenen Greiforgan nach Art eines Raubvogel- fußes. Die Krallenblätter finden sich nur an jungen, von Bäumen herab- hängenden Stämmen, die noch auf der Suche nach einer Stutze begriffen sind. Die von diesem Ansiedelungspunkt ausgehenden Blätter haben keine Krallen mehr, ihre Sprosse blühen und fruchten.

Labiatae: Bei Brunella laciniata L. sind gewöhnlich die untersten Blatt- paare ganzrandig, die oberen gefiedert oder gezähnt. Leonurus cardiaca L. hat unten handförmig fünfspaltige, gezähnte, oben dreilappig ganzrandige Blätter.

Oampanulaceae: Am auffallendsten ist die Heterophyllie von Campanula rotundifolia. Bekanntlich sind die unteren Blätter gestielt und nierenfrmig,