Aufsatz 
Zur Heterophyllie der Phanerogamen im allgemeinen und des Efeu im besonderen
Entstehung
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Alismaceae(Alisma Plantago und A. natans, Sagittaria sagittaefolia und S. natans, Hydrocleis nymphoides), Hydrocharitaceae(Ottelia alismoides und Trianea bogotensis), Potamogetonaceae(Potamogeton natans, P. rufescens, P. gramineus), Aponogetonaceae(Ouvirandra fenestralis) zweierlei Blatt- formen ausbilden.

Diese Verschiedenheit äußert sich bei allen mit Ausnahme von Trianea bogotensis, Scirpus lacustris und Ouvirandra fenestralis darin, daß die submersen oder Wasser-Blätter noch nicht in Stiel und Spreite gegliedert, band- oder lanzettförmig gestaltet sind, während die auf dem Wasserspiegel ruhenden oder sich über ihn erhebenden Schwimm- oder Luftblätter von anderer Form und deutlich in Stiel und Spreite gegliedert sind. Zwischen beiden Formen finden sich häufig UÜbergänge. Trianea bogotensis hat zuerst für kurze Zeit kurz- gestielte Schwimmblätter, später langgestielte Luftblätter; erstere mit einem wohlausgebildeten, schwammigen Gewebe auf der Unterseite, welches bei letzteren nur wenig entwickelt ist. Bei Scirpus lacustris finden sich grasähnliche, lange Wasserblätter an der Basis der Halme und später Scheidenblätter mit kurzer Spreite. Ouvirandra fenestralis hat im erwachsenen Zustaude die bekannten gitterartig perforierten Blätter, während dieselben bei jungen oder schwächlichen Pflanzen eine ganze Spreite aufweisen. Es wäre noch hinzuzufügen, daß unter den Hydrocharitaceae auch Stratiotes aloides einen Dimorphismus der Blätter zeigt, indem die äußeren Blätter der Basalrosette etwa fingerlang, schwertförmig und stachelig sind, die inneren dagegen kürzer, tutenförmig und weniger stachelig.

Dicotyledones.

Heterophyllie ist zu beobachten bei: Polygonaceae(Polygonum amphi- bium), Ranunculaceae, hier wohl am längsten und besten bekannt, bei: Ranun- culus aquatilis, seltener R. fluitans, R. multifidus(= R. Purshii), Nymphaeaceae (Nymphaea ampla, Nuphar luteum, Cabomba aquatica, Victoria regia, Nelumbium speciosum), Cruciferae(Roripa amphibia), Umbelliferae(Oenanthe aquatica, Berula angustifolia, Sium latifolium), Oenotheraceae(Trapa natans), Lenti- bulariaceae(Utricularia vulgaris, U. Humboldti), Scrophulariaceae(Lim- nophila heterophylla), Labiatae(Lycopus europaeus), Compositae(Bidens Beckii, Cotula myriophylloides).

In der Mehrzahl der angeführten Fälle sind die Wasserblätter fein zerteilt oder fiederschnittig, die Spreiten der Schwimm-, beziehungsweise Luftblätter dagegen ungeteilt oder nur in geringerem Grade eingeschnitten. So bei den angeführten Ranunculus-Arten, Cabomba, Oenanthe, Berula, Sium, Utricularia, Lycopus, Bidens und Cotula. Lanzettliche oder bandförmige Ausbildung zeigen die submersen Blätter bei Nuphar luteum, Nymphaea ampla, Victoria regia und Trapa natans gegenüber den Schwimmblättern mit größerer Flächenentwicklung. Nelumbium speciosum bildet überhaupt keine untergetauchten Blätter, sondern zuerst Schwimmblätter, die aber nur kurze Zeit andauern, sodann eingerollte, stiftartige Luftblätter, welche gleich Dolchen, andere Schwimmblätter durch- stoßend, sich den Weg bahnen und so als Kampfblätter wirken. Bei Polygonum amphibium sind nach Volkens die Wasserblätter langgestielt, haarlos, die Luft- blätter kurzgestielt, behaart. Goebels vergleichende Untersuchungen über die Keimung einer großen Anzahl der in Rede stehenden Pflanzen haben gezeigt, daß die bandförmigen Wasserblätter der Monocotylen, früͤher vieltach für Phyllodien gehalten, in den normalen Entwicklungsgang der Pflanze gehören, indem sie als Primärblätter bei der Keimung auftreten und verschieden lange beibehalten werden; die höher entwickelten Folgeblätter erscheinen gewöhnlich erst mit den Blüten. Auch unter den Dicotylen sind bei Nymphaea, Victoria, Nuphar die lanzettlichen Wasserblätter die primären. Bezüglich der übrigen Fälle mussen