Aufsatz 
Über die Abhängigkeit der magnetischen Hysteresis : der Magnetisierbarkeit und des elektrischen Leitungsvermögens des Eisens und des Nickels von der Temperatur / von Wilhelm Kunz
Entstehung
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Ueber den Einfluß der Temperatur auf den Leitungswiderstand von Nickel waren vorher Untersuchungen von Kxorr¹) mit ähnlichen Resultaten ausgeführt worden. Wenig später als KoHERAuUscH hat auch J. HorPkixsox ²) über diesen Gegenstand bei seinen magnetischen Arbeiten Versuche angestellt und ebenfalls mit KoHIRAuscH übereinstimmende Resultate erhalten.

Es schien mir interessant, auch für die Drahtsorten, mit denen die seither beschriebenen Versuche ausgeführt worden waren, die Abhängigkeit des Leitungsvermögens von der Temperatur zu ermitteln.

Die Widerstände der Versuchsdrähte wurden nach der Gleichung

bestimmt durch Messung der Stärke eines durch den betreffenden Draht geschickten Stromes in amp und der Spannungsdifferenz in Volt an zwei, um 10 cm von den Enden, also 20 cm voneinander entfernten Stellen des 40 cm langen Drahtes.

An diese beiden Stellen, zwischen denen jedenfalls gleichmäßige Erwärmung vorhanden war, wurden sehr dünne Platindrähte hart angelötet, die nach einem zur Spannungsmessung dienenden HARTMANN und BRAUN'schen Spiegelgalvanometer führten, dem nach Bedürfnis Wider- stände von 500 bis 30000 S. E. vorgeschaltet wurden. Das Galvanometer wurde mit einem als Normalinstrument dienenden WEsrox-Voltmeter geaicht.

Die Erwärmung der Versuchsdrähte geschah innerhalb einer weiten Glasröhre in Wasserstoffatmosphäre wie früher vermittelst eines um die Probedrähte gewundenen strom- durchflossenen Platindrahtes; diesmal wurde jedoch der letztere direkt auf die mit Asbest- papier umkleideten Versuchsdrähte gewickelt, da ein Einschieben in die Porzellanröhre wegen der angelöteten Platindrähte nicht möglich gewesen wäre. Zwischen zwei Lagen Asbestpapier unter dem Erhitzungsdraht lagen die beiden zur Temperaturmessung bestimmten Thermo- elemente und zwar eines in der Mitte des Versuchsdrahtes, das andere nahe an einer der oben erwähnten Lötstellen; die Angaben beider Elemente stimmten jederzeit überein. Die Probe- drähte waren mit dicken Neusilberdrähten verbunden, da Neusilber durch den Strom stärker erwärmt wird und die Wärme schlechter leitet; diese Drähte, der Erwärmungsplatindraht, die Platindrähte zur Spannungsmessung sowie die Thermoelemente waren, sorgfältig isoliert, durch die die Enden der Glasröhre schließenden Korke nach außen geführt. Daß die Platinspule noch besonders mit Asbestpapier umwunden war, ist selbstverständlich.

Die Bewickelung der Probedrähte mit der Platinspirale war außerordentlich mühsam und zeitraubend; häufig zerrissen dabei trotz der größten Vorsicht die dünnen, angelöteten Platin- drähte. Es wurde daher auch versucht, nach dem Vorgange von KoHERAuscH die Probedrähte direkt, vermittelst eines starken, durch sie geleiteten Stromes zu erwärmen, dessen Intensität durch Kurbelrheostaten reguliert und mit dem SIEMENS'schen Torsionsgalvanometer, im Nebenschluß zu 0,01 Q(aus Konstantanblech), gemessen wurde. Aus dieser Stromstärke und der Spannungsdifferenz an den beiden Lötstellen wurde der Widerstand des Versuchsdrahtes berechnet; da die Resultate sich mit den beim andern Erwärmungsverfahren erhaltenen deckten, wurde nunmehr diese einfachere Erhitzungsmethode gewählt.

Die Resultate wurden wie früher auf Millimeterpapier dargestellt und zwar die Temperaturen als Abscissen im Maßstab 1 cm= 100°, die Widerstände in Ohm als Ordinaten für Eisen im Maßstabe 2 cm= 0,1 Q, für Nickel 5 cm= 0,1.

Die erhaltenen Widerstandskurven, von denen in Fig. 5, letzte Seite, diejenige für Puddel- eisen, in Fig. 6 die für Nickel beigegeben ist, zeigen sämtlich ein rasches Ansteigen mit wachsender Temperatur, wie es auch HoPkiksox angibt, bis zu dem Temperaturgrad, bei welchem die Permeabilitätskurve sich wendet und der Magnetismus rasch abnimmt. Von

¹) Trans. of Roy. Soc. Edinb., Jul. 1886. ²) Trans of Roy. Soc. London, p. 443, 1889.