Aufsatz 
Über die Abhängigkeit der magnetischen Hysteresis : der Magnetisierbarkeit und des elektrischen Leitungsvermögens des Eisens und des Nickels von der Temperatur / von Wilhelm Kunz
Entstehung
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Im stärksten untersuchten Feld H= ¶YQ́136

beginnt die Permeabilitätskurve für Eisen und Stahl mit bedeutend kleinerem Anfangswert, verläuft wieder horizontal oder neigt sich gleich ein wenig bis gegen 600°, fällt dann stärker und wendet sich, wenn der Magnetismus fast vollständig verschwunden ist(bei 800) noch einmal, um allmählich bei 930°mit der Abscissenachse zusammenzulaufen. Nickel wurde in diesem Felde nicht untersucht; es wurde dagegen das Verhalten des remanenten Magnetismus bei höheren Temperaturen betrachtet; die Tabelle zeigt, daß das remanente Moment gleich von vornherein abnimmt; von 250 an wird die Abnahme eine rapide bis zu 340°, wo der Magnetismus verschwunden ist.

Die Resultate meiner Untersuchungen über den Einfluß der Temperatur auf die Magnetisierbar- keit des Eisens, Stahls und Nickels stimmen, awie die Tabellen und graphischen Darstellungen ergeben, mit denen von HopkINSON, BAUR, ROWLAND, LEDEBOR, BERSON und anderen äberein. Das temporäre Moment und damit die Induktion und die Permeabilitäit von Eisen und Stahldrähten wachsen für geringe magnetisierende Kräfte mit steigender Temperatur und erreichen bei Rotglut ein Maæimum, um dann plötælich fast auf Null herabeusinken. Für stärkere Kräfte ergibt sich gleich eine allmähliche Abnahme des Moments, die bei den Temperaturen, bei welchen für schwächere Kräfte der Maæimal- Wwert eingetreten war, in ein rascheres Abfallen übergeht. Das vollständige Verschwinden des auf ein sehr geringes Maß æurückgegangenen Magnetismus tritt sehr langsam bei denselben Temperaturen ein, wie vorher bei Anwendung der schwächeren Krafte. Das temporäre Moment des Nickeldrahtes icächst anfangs mit steigender Temperatur, hat(für die drei angenandten Feldstärken) hei ca. 240°C ein Maæximum und verschwindet bei 340°C.

Das remanente Moment des Nickeldrahtes nimmt mit steigender Temperatur fortꝛwwährend ab und wird bei 340°, Null.

Ich fand jedoch, daß für die von mir untersuchten dünnen Drähte die Maximalwerte der Permeabilität p bei tieferen Temperaturen eintraten, als sie HopkiNsoNx angibt, nämlich bei 580 640°, einer Temperatur, bei welcher, wie verschiedene außerhalb der Magnetisierungs- spule vorgenommene Erwärmungsversuche ergaben, die Drähte in lebhafter Rotglut leuchteten. Dann konnte ich, wie schon erwähnt, in keinem Falle das absolute plötzliche Verschwinden des Magnetismus, also das scharfe, fast rechtwinkelige Einschneiden der Permeabilitätskurve in die Abscissenachse bei der kritischen Temperatur feststellen. Die Versuchsdrähte hatten allerdings bei dieser Temperatur(700 800°C) ihren Magnetismus fast verloren; allein ein kleiner Rest verblieb immer noch, der dann, wie auch BAUR und KoHERAusch bemerken, nur sehr allmählich verschwand.

III. Die Abhängigkeit des elektrischen Leitungsvermögens des Eisens und des Nickels von der Temperatur.

Eingehende Versuche über den Zusammenhang zwischen Temperatur und elektrischem Leitungsvermögen magnetischer Metalle sind zuerst 1887 von W. KoHERAuscH angestellt und in der bereits angeführten Arbeit ¹) veröffentlicht worden. Er fand, daß der specifische Leitungs- widerstand von gewöhnlichem Eisen-, Gußstahl-, chemisch reinem Eisen- und Nickeldraht mit zunehmender Temperatur schneller als bei nicht magnetisierbaren Metallen wächst bis zu dem Wärmegrad, bei welchem die Magnetisierbarkeit verschwindet; von da ab nimmt der Wicder- stand, wie bei nicht magnetisierbaren Metallen, langsam mit der Temperatur zu; es besteht demnach ein Zusammenhang zwischen Magnetisierbarkeit und elektrischem Leitungsvermögen.

¹) WIDEM. Ann., XXXIII, p. 42, 1888. Programm. 1893. 6