Die einzelnen Windungen konnten nach Belieben miteinander verbunden werden; ich benutzte sie hintereinandergeschaltet; nur bei den Versuchen, bei denen die Wirkung des Erdmagnetismus auf die Probedrähte kompensiert werden mußte, wurden die Abteilungen— VII hintereinander geschaltet, während VIII als Leitung für den Kompensationsstrom diente.
8. Kompensation der Wirkung des Solenoides auf das Magnetometer.
Das stromdurchflossene Solenoid selbst übt einen bedeutenden Einfluß auf das Magneto- meter aus. Man kann diesen Einfluß beobachten und in geeigneter Weise berücksichtigen; bequemer ist es, die Wirkung des Solenoides zu kompensieren. In demselben Stromkreis mit dem Solenoid, das westlich vom Magnetometer aufgestellt war, befand sich östlich von diesem eine Spule auf längsdurchschnittenem Messingkern, deren Achse senkrecht zum Magnet in dessen Ruhelage stand. Ehe die Eisenprobe in die Magnetisierungsspule gebracht wurde, schickte man den stärksten anzuwendenden Strom durch das Solenoid und jene Kompensations- spule und rückte sie so lange vor- oder rückwärts, bis das Magnetometer keine Ablenkung mehr zeigte. Zur genauen Einstellung wurde ein um eine senkrechte Achse drehbarer Schlitten konstruiert, auf welchem die Kompensationsspule ruhte und der vermittelst einer Mikrometer- schraube leicht in die genau richtige Entfernung vom Magnetometer gebracht werden konnte. Die Kompensation blieb für alle schwücheren Ströme bestehen, vorausgesetzt, daß im Felde des Magnetometers keine Aenderung in der Lage von Eisenmassen stattgefunden hatte.
Es wurde durchweg mit kleinen Ablenkungen gearbeitet, damit auch für andere Lagen des Magnetometermagnetes die Kompensation erhalten blieb. Dieselbe wurde nach jeder Beobachtungsreihe kontrolliert und in den meisten Fällen noch gut befunden; bei wesentlichen Aenderungen wurde die betreffende Reihe verworfen. Für schwache Ströme war die Kompensation der Wirkung des Magnetisierungsstromes bei richtiger Lage der Kompensationsspule tagelang vollkommen gut. Bei allen Stromleitungen waren die Leitungsdrähte übrigens umeinander- geflochten, um eine direkte Wirkung der in ihnen fließenden Ströme auf die Instrumente zu verhindern.
9. Die Entmagnetisierungs-Vorrichtung.
Die untersuchten Drähte wurden gewöhnlich vor Beginn eines jeden Cyklus entmagnetisiert. Um den vorhandenen remanenten Magnetismus auszutreiben, wurden sie den Wirkungen immer schwächer werdender magnetisierender Kräfte von fortwährend wechselnder Richtung unter- worfen; haben diese Kräfte den Wert Null erreicht, so ist der anfängliche oder remanente Magnetismus verschwunden. Um die magnetisierenden Kräfte ganz allmählich verringern zu können, wurde ein Flüssigkeitsnebenschluß in der von EwiNG¹) angegebenen Form(Fig. 2, F, S. 14) konstruiert.
In einem 50 cm hohen, 6 cm weiten Standcylinder, der mit verdünnter Zinksulfatlösung angefüllt ist, befinden sich eine bewegliche und zwei feste amalgamierte Zinkscheiben a, b, c. h kann auf- und abbewegt werden vermittelst eines hineingenieteten Zinkdrahtes, der inner- halb eines Glasrohres wohlisoliert durch eine Oeffnung in der am Rand des Cylinders hängenden Zinkplatte a geführt ist. Die am Boden liegende Scheibe c und die Scheibe a sind durch isolierte Zinkdrähte mit der Quelle des Magnetisierungsstromes, b und der zweite Draht von a durch einen rasch wirkenden, rotierenden Kommutator mit der Magnetisierungsspule verbunden. Letztere liegt dadurch im Nebenschluß zu der veränderlichen Flüssigkeitssäule ab. Berührt 5. die Platte a, so geht kein Strom durch das Solenoid. Ruht b auf c, so ist das Magnetisierungs- solenoid vom ganzen Strome durchflossen. Durch allmähliches Heben von b kann der Strom jeden beliebigen Wert zwischen seinem Maximum und Null annehmen.
¹) Ewixd, Electrician, XXIV, 1890.


