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In einem solchen Draht ist die Lage der Pole für verschiedene Intensität der Magneti- sierung etwas veränderlich und zwar rücken sie für stärkere Intensitäten gegeneinander; diese Annäherung wird teilweise wieder aufgehoben durch die infolge der Erwärmung stattfindende Ausdehnung des Drahtes. Gerade bei dieser Methode hat aber eine geringe Verschiebung des oberen Poles längs des Drahtes nur einen verschwindenden Einfluß auf die Ablenkung des Magnetometers, weil hierdurch die Entfernung zwischen Pol und Magnetometer kaum geändert wird; die geringe Bewegung des unteren Poles ist ganz ohne Einfluß; die ablenkende Kraft rührt hauptsächlich vom oberen Pole her.
Die richtige Lage des Drahtes wird durch Probieren gefunden, indem man ihn bei ge- schlossenem Magnetisierungsstrom solange verschiebt, bis die Magnetometerablenkung ein Maximum wird. Wegen seiner senkrechten Lage ist der Draht dem Einfluß der Vertikal- komponente des Erdmagnetismus unterworfen; wie die Wirkung derselben nötigenfalls kompen- siert wird, ist weiter unten gezeigt.
Der Magnetisierungsstrom wurde von einer Akkumulatorenbatterie geliefert; je nach der größeren oder geringeren Permeabilität der Probestücke genügte ein Element, bezw. wurden zwei bis sechs Elemente hintereinandergeschaltet. Zunächst mußten einige Kreisprozesse zwischen den Grenzen der gewünschten positiven und negativen maximalen Induktion ausgeführt werden, bis ein stationärer Zustand erreicht war, in welchem sich für dieselbe magnetisierende Kraft immer dasselbe Moment ergibt, so daß beim graphischen Auftragen der Resultate die einzelnen Schleifen sich decken, denselben unmagnetischen Anfangszustand vorausgesetzt.
Dann begannen die eigentlichen Beobachtungen und zwar gleich beim Maximum der Induktion; es mußte gemessen werden: 1) die Stärke des Magnetisierungsstromes mit dem Torsionsgalvanometer, 2) der entsprechende Ausschlag am Magnetometer. Dann wurde die magnetisierende Kraft vermindert durch Einschalten von Rheostatenwiderstand, die neue Stromstärke und der entsprechende Magnetometerausschlag bemerkt u. s. f., durch die Strom- stärke Null hindurch zum negativen Maximum der Induktion und wieder zurück zum positiven Maximum derselben. Für jede Beobachtungsreihe von 5— 6 Kreisprozessen wurden ca. 175 Beobachtungen an beiden Instrumenten gemacht, außerdem mußte die Stärke des Thermo- stromes am DEPREZ-D'ARSoNVAIrGalvanometer und die des Erwärmungsstromes am Dynamo- meter beobachtet und fortwährend die Wasserstoffentwickelung, sowie der Kühlwasserzu- und abfluß(mit Thermometer am Ausfluß) kontrolliert werden.
Mit jedem Material wurden mindestens vier, mit einigen Sorten noch mehr Beobachtungs- reihen(von je 5— 6 Kreisprozessen) bei gleicher maximaler Induktion meist für Werte von B= 3590(bei Stahl 3450) durchlaufen und zwar zuerst immer ein Kreisprozeß(A) bei Zimmertemperatur(20 ⁰), ein weiterer(B) bei 270— 300°C,(C) bei 460— 470°C,(D) bei 650— 660°O,(E) bei 720— 750° C,(F) bei 810— 830⁰°C, bis zum vollständigen Verschwinden des Magnetismus infolge der hohen Temperatur(vgl. II. Teil); dann nochmals ein Kreis- prozeß(H) nach dem Abkühlen; später wurde noch in das große Temperaturintervall zwischen 460 und 650°ein solcher(Ci) bei 560°eingeschaltet. Bei den meisten Probestücken verliefen die Prozesse bei den höchsten Temperaturen(über 800 ⁰) unregelmäßig. Jede einzelne Reihe erforderte einen Zeitaufwand von 4 bis 5 Stunden.
Bei zwei Materialien wurden auch für höhere Induktionen Kreisprozesse bei den oben- genannten Temperaturen durchlaufen und zwar bei Holzkohlencisendraht für
B= 7200; B= 12280 und B= 14 400; bei Patenttiegelgußstahldraht für
B= 7940; B= 12 600 und B= 15 000. Es konnten indessen die bei gewöhnlicher Temperatur erzeugten höhern Induktionen bei höheren Temperaturen nicht mehr erreicht werden, weil das Material dann schon bei niederen Induktionen nahezu gesättigt war.
Während bisher für jede Beobachtungsreihe ein neuer Draht eingeführt worden war, wurden nun noch immer dieselben Drähte der beiden letztgenannten Sorten wiederholt hinter-
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