Aufsatz 
Über die Abhängigkeit der magnetischen Hysteresis : der Magnetisierbarkeit und des elektrischen Leitungsvermögens des Eisens und des Nickels von der Temperatur / von Wilhelm Kunz
Entstehung
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maschine, der mittelst eines Ganz'schen Transformators auf niedere Spannung und hohe Strom- stärke gebracht wurde. Die Regulierung des Erwärmungsstromes geschah mit 3 bis 4 hinter einandergeschalteten Kurbelrheostaten, die Messung der Stromstärke mit einem Elektro- dynamometer. Der Strom wurde zum Platindraht mit dicken, umeinandergeflochtenen Kupfer- kabeln geführt; mit ca. 25 amp konnte die Platinspirale zur blendenden Weißglut gebracht werden. Die dünnen Kupferdrähte, mit denen die dicke Asbestpapierwickelung um den Platindraht festgehalten wurde, waren nach den Erwärmungen auf die höchsten angewandten Temperaturen oft zu kleinen Kugeln zusammengeschmolzen, die beim Abwickeln des Asbest- papieres herausfielen.

Um zu prüfen, ob die Erwärmung sich nicht auch auf die Magnetisierungsspule erstreckte und deren Widerstand und damit den Magnetisierungsstrom beeinflußte, wurde die Platinspule bei geschlossenem Magnetisierungsstrom, ohne daß sich ein Eisendraht in ihr befand, auf die höchste Glut gebracht; der elektrische Zustand blieb ungestört. Ebenso wurde konstatiert, daß die Platinspule selbst kein magnetisches Feld erzeugte.

Um nicht bei jeder neuen Versuchsreihe das mühsame Auseinandernehmen bezw. Zu- sammensetzen der soeben beschriebenen Vorrichtung erforderlich zu machen, war diese so be- schaffen, daß nach dem Herausziehen des äußeren Glasrohres nebst Inhalt aus dem doppel- wandigen Kupferrohr und nach Abnehmen der Wasserstoffzu- und-abführungsschläuche die Versuchseisendrähte von außen unmittelbar in das Porzellanrohr eingeführt bezw. aus ihm entfernt werden konnten. Die beiden angewandten Thermoelemente stimmten immer in ihrem Gange überein, womit nachgewiesen ist, daß die Temperatur des Eisendrahtes eine durchaus gleichmäßige war. Selbstverständlich mußte nach Verstärkung des Erwärmungsstromes immer einige Zeit, etwa 5 Min., gewartet werden, bis Gleichgewicht zwischen Stromzufuhr und Wärme- abgabe eingetreten war und die Thermoelemente konstante Temperatur anzeigten.

Vergleich mit andern Erwärmungsmethoden.

Die ersten Beobachter, die das magnetische Verhalten des Eisens bei verschiedenen Tempe- raturen genauer untersuchten, waren nicht zu hohen Wärmegraden gelangt. Erst C. BAUR ¹) erhitzte dicke Eisenstäbe in einem Ofen bis zur Weißglut, brachte sie dann rasch in eine Magnetisierungsspule und beobachtete wüährend des Abkühlens; abgesehen davon, daß durch das lange Glühen in atmosphärischer Luft die Stäbe infolge der Oxydation immer dünner wurden, ist eine gleichmäßige Temperatur durch den ganzen Stab hindurch und damit eine Messung derselben hierbei ausgeschlossen.

HorkixsoN ²) und RowLAND³) experimentierten mit Eisenringen, die mit einer primären und sekundären Spule bewickelt waren, von denen erstere zur Magnetisierung, die andere zur Temperaturmessung durch Widerstandsäünderungen diente. Die Erwärmung geschah innerhalb einer eisernen Kapsel in einem Gasofen und konnte durch Regulierung der Gaszufuhr variiert werden. Der Widerstand der sekundären Spirale war nach dem Erhitzen etwas erhöht, was einer Oxydation des Kupferdrahtes besonders an jener Stelle, wo derselbe die eiserne Erwürmungs- kapsel verläßt, zuzuschreiben ist; dadurch werden die Temperaturmessungen etwas unsicher.

Die von LEpEBOER meines Wissens zuerst angewandte Erwärmung mit Strom ist außer- ordentlich sicher und bequem; die Temperatur kann beliebig erhöht, erniedrigt oder konstant, gehalten werden, und ihre Messung ist durch Verwendung der Thermoelemente die denkbar einfachste.

3. Gestalt der untersuchten Metalle.

Bekanntlich verändert ein Körper, der durch die Wirkung eines Feldes magnetisch wird, mehr oder weniger dieses Feld, so daß die Feldstärke in irgend einem Punkte des Feldes ver-

¹) Wipp. Ann., XI, p. 394, 1880. ²) Phil. Trans. Roy. Soc. London, Vol. 180, p. 443, 1889. 2) Phil. Mag,. Nov. 1874.

Programm. 1893. 2