Aufsatz 
Über die Abhängigkeit der magnetischen Hysteresis : der Magnetisierbarkeit und des elektrischen Leitungsvermögens des Eisens und des Nickels von der Temperatur / von Wilhelm Kunz
Entstehung
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1836 und dann von RhoNAULT¹) angewandt. Doch waren die Resultate ungünstige und die Methode galt als nicht genau. Diese Ergebnisse sind jedoch nur den für die Elemente ge- wählten Metallen zuzuschreiben; die ersten Beobachter wandten fast durchweg Eisen oder Palladium an, welche beide für die gedachten Zwecke wohl am wenigsten geeignet sein dürften. Viel später erst hat BæoauEhEr.²) Platinverbindungen und SonXz³) für die Messung thermo- elektrischer Kräfte Torsionsgalvanometer benutzt. TAIT4) hat dann Platin-Platiniridiumelemente hergestellt und endlich LE CHATELIER5) im Pt-PtRh-Element dasjenige gefunden, das in Bezug auf Homogenität alle anderen Thermoelemente übertrifft; er hat auch sein Element mit dem DEPREZ-D'ARsSoNvAL'schen Galvanometer verbunden. Eine genaue Besprechung widmet BRAUN6) den Thermoelementen.

Die besonderen Vorzüge der Thermoelemente sind: außerordentlich geringe Dimensionen, weite Grenzen, innerhalb deren Temperaturmessungen vorgenommen werden können, leichte Aichung und Kontrollaichung, fast augenblickliches Einstellen des Galvanometers. Der einzige Mangel, den übrigens alle Pyrometer teilen, ist die Unsicherheit in Bezug auf die Lage der angewandten Fixpunkte.

2. Die Methode der Erwärmung.

Die zu untersuchenden Drähte konnten nach einer auch von LEpEBOER!) angewandten Methode dadurch auf höhere Temperatur gebracht werden, daß man sie mit einer von ihnen wohlisolierten Platinspule pifilar umwickelte, die durch Strom erwärmt wurde.

LEDEBOER benutzte bei seinen Versuchen über den Einfluß der Temperatur auf die Magnetisierung des Eisens dickere Eisenstäbe, die er leicht mit dünnen, isolierenden Glimmer- plüttchen umgeben und auf welche er dann die Erwärmungsspule wickeln konnte.

Bei den von mir gewählten dünnen Eisendrähten war dieses brüchige Isoliermaterial nicht anwendbar. Nach vielen vergeblichen Versuchen und Proben mit den verschiedensten Stoffen, die wiederholt sehr hohe Temperaturen aushalten sollten, wurde Porzellanrohr als das geeignetste Mittel zur Isolation der Eisendrähte von der Platinspule befunden. Einen Längs- schnitt durch die Magnetisierungsspule und die in ihr enthaltene, nachstehend beschriebene Erwärmungsvorrichtung für die zu untersuchenden Drähte zeigt Fig. 1(folg. Seite).

Die Eisendrähte(d) wurden in ein aus 5 Teilen zusammengesetztes, 50 cm langes Porzellanrohr(r) von 1mm Wandstärke und gut 1mm innerem Durchmesser gebracht. Auf dieses war die Platinspule(p) aus 0,8 mm dickem, 5 m langem Platindraht bifilar gewickelt. Das Porzellanrohr mußte aus mehreren Stücken bestehen, um die Thermoelemente einführen zu können. Zu diesem Zweck wurden bei einem am Ende des Rohres liegenden und einem mittleren Rohrstück die cylindrischen Höhlungen nach einer Seite hin auf die Länge der Drillung eines Thermoelementes(ca. 1,5 cm) erweitert, was bei der außerordentlichen Härte des Porzellans mit mancherlei Schwierigkeiten verbunden war. An diese Stelle kam ein kleiner Hohlcylinder aus Glimmer(h), der sich an die innere Wandung des Rohres anlegte und durch dessen Inneres der zu erwärmende Eisendraht(d) ging, während der gedrillte Teil(t) des Thermo- elementes zwischen dem Glimmercylinder und der Rohrwand in der Ausbuchtung lag. Die beiden Elementdrähte eines Plementes wurden zwischen zwei aufeinandersitzenden Porzellan- röhrchen und zwischen zwei aufeinanderfolgenden Windungen der Platinspule gut isoliert nach außen geführt. Nach jeder Versuchsreihe wurde die Isolation zwischen Thermoelement und Platinspule geprüft.

¹) Rel. des Exp., I, p. 246, 1845.

²) Ann. ch. et. phys., LXVIII, p. 49, 1863.

³) DixGLERS Journ., CLXXV, p. 87, 1865 und CLXXIX, p. 436, 1866. ¹) Trans. Roy. Soc. Edinb., XXVII, p. 125, 1872 1873.

³) La Lum. El., XXIV, p. 71, 1887.

6) Phil. Mag., XIX, p. 495, 1885.

²) La Lum. El., XXVII, p. 61, 1888.