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Die Aichung der Thermoelemente bis 300°wurde mit einem genauen Quecksilberthermo- meter vorgenommen, welches mit einem Thermoelemente zusammen in Leinöl getaucht war. Das Oel wurde in hohen und weiten, mit Asbestpapier umwickelten Bechergläsern erwärmt, durch Rühren stets auf gleichmäßiger Temperatur erhalten und die bestimmten Temperaturen zwischen 40 und 300⁰°%C entsprechenden Galvanometerausschläge notiert.
Von 300°C aufwärts geschah die Aichung durch Benutzung bekannter Schmelztempera- turen verschiedener Substanzen, die als chemisch rein vom Hause MERck dahier bezogen worden waren. Die Schmelzung wurde in einem Platintiegel mit Hilfe eines HEMPEI'schen Gasofens vorgenommen; die zusammengedrillten Enden der Thermoelemente wurden in die geschmolzene Masse gebracht, die Flamme des Brenners etwas verkleinert und im Moment des beginnenden Erstarrens der Masse die Galvanometerablesung ausgeführt. Jedes Element wurde einzeln geaicht; dabei befanden sich die äußeren Verbindungsstellen der Elemente mit den Zuleitungs- drähten zum DEPREZ D'ARsoNxvAL-Galvanometer zur Vermeidung von Temperaturänderungen in einem Petroleumbad von konstant 20° C.
Die Schmelzpunkte, meist von CARNELLEv bestimmt, sind dem Tabellenwerk von BönN- STEIN-LANDOLT ¹) entnommen.
In nachstehender Tabelle folgen die Namen der benutzten Stoffe, ihre Temperaturen bezw. Schmelzpunkte, sowie die entsprechenden Galvanometerausschläge, die für die drei zum Gebrauche vorbereiteten Elemente fast gleich waren; die größte Abweichung betrug weniger als 1%. Die Ruhelage gab das Galvanometer an bei gleicher Temperatur der inneren und äußeren Verbindungsstellen des Elements; der Skalenabstand vom Instrument betrug 3 m.
Tabelle I. Erwärmte bezw. Temperatur Galv.-Ablenkung geschmolzene bezw. in Substanzen. Schmelzp. in°C. mm. Leinöl 40 16,0 „ 73 27,2 2 104 38,0 „ 140 50,8 „ 200 77,6 2 300 125,4 KOIO 359 155,6 P,C 498 244,4 JK 634 330, 2 KCI 734 393,6 Nal 772 417,8 Nar So³ 861 474,2.
Die Ergebnisse sind auf Millimeterpapier graphisch dargestellt worden und zwar die Temperaturen als Abscissen, die den thermoelektrischen Kräften proportionalen Ablenkungen des Galvanometers als Ordinaten. Die durch Verbindung der Ordinatenendpunkte entstehende Temperaturkurve kann wie bei LE CHATEILIER und BARUS von 350°aufwärts durch eine Gerade ersetzt werden. Aus dieser Kurve konnten die den gegebenen Ausschlägen entsprechenden Temperaturen direkt entnommen werden. Kontrollaichungen wurden von Zeit zu Zeit ausgeführt und ergaben keine Aenderung; unter denselben Bedingungen wurden immer dieselben elektro- motorischen Kräfte konstatiert.
Von allen Pyrometern sind die Thermoelemente wohl für den praktischen Gebrauch am passendsten. Sie wurden zuerst zu Temperaturmessungen von BEcauhREI und von PouiLLET ²)
¹) BöRxsrEIN-LANDOIT, Phys.-chem. Tab. ²) DIxGLERS Journ., LXIII, p. 221, 1837.


