Aufsatz 
Über die Abhängigkeit der magnetischen Hysteresis : der Magnetisierbarkeit und des elektrischen Leitungsvermögens des Eisens und des Nickels von der Temperatur / von Wilhelm Kunz
Entstehung
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magnetisierenden Kraft graphisch darstellt, eine Fläche umschließt, welche die pro Kreisprozeß von der magnetisierenden Kraft am Draht geleistete Arbeit A in absolutem Maße repräsentiert;

also 4= ſwak.

Dabei ist als Maßeinheit ein Rechteck zu nehmen, dessen Seiten die Einheit der magne- tisierenden Kraft und die Einheit des Moments sind.

Als Aequivalent für die verbrauchte Arbeit muß Wärme auftreten, und zwar ist der einem Kreisprozeß entsprechende Wärmewert, bezogen auf Wasser, in Centigraden

4 g. 10 6.425

Eingehende Untersuchungen über die von WARBURG gefundene Thatsache hat dann EwING¹) bei seinen außerordentlich zahlreichen Experimenten über das magnetische Verhalten von Eisen und verwandten Metallen angestellt. Er zeigt ebenfalls, daß die Aenderungen des Magnetismus bei Kreisprozessen hinter den Aenderungen der magnetisierenden Kraft zurück- pleiben, und schlägt daher den jetzt allgemein angenommenen Namen Hysteresis für diese Erscheinung vor.

Unabhängig von WARBURG hat EwiXG²) wie jener gefunden, daß die Aenderungen der Magnetisierung in allen paramagnetischen Metallen mit einem Energieaufwande verbunden sind und daß derselbe pro ccm Metall bei einem magnetischen Kreisprozeß dargestellt wird durch den Inhalt einer geschlossenen Kurve, die man erhält, wenn man die magnetisierenden Kräfte als Abscissen, die entsprechenden Induktionen als Ordinaten aufträgt.

Diese Energie wird in Wärme umgesetzt, wie die Erwärmung in den Eisenkernen von Transformatoren und in den Ankern von Dynamomaschinen beweist; die Erwärmung durch Foucaultströme in nicht genügend zerteiltem Eisen hat damit nichts zu thun.

Die durch einen magnetischen Kreisprozeß erzeugte Temperatursteigerung ist

ſnar g Sl.109⸗ 12000000-77.0l 258110 ſuar°c.

wo 42 000 000 Erg= 1 Wasser-Gramm-Kalorie, 7,7 das specifische Gewicht, 0,11 die specifische Wärme des Eisens ist.

EwING hat auch den Einfluß von Erschütterungen studiert und gefunden, daß bei weichem Eisendraht die Wirkung der Hysteresis fast vollständig verschwindet, wenn das untersuchte Stück während der cyklischen Aenderungen der magnetisierenden Kraft heftig erschüttert wird.

J. HorkiNsox) hat sich ebenfalls eingehend mit der Untersuchung der magnetischen Eigenschaften paramagnetischer Metalle und den Erscheinungen der Hysteresis befaßt. Er führt eine bestimmte Definition für den Begriff Koërcitivkraft ein(es ist die Größe der umge- kehrten magnetisierenden Kraft, welche gerade genügt, den Magnetismus auf 0 zu bringen) und stellt einen Zusammenhang zwischen der Hysteresisfläche und dieser Koércitivkraft derart fest, daß die Hysteresisfläche nur wenig vom Werte

4 Koërcitivkraft maximale Induktion verschieden ist, so daß man diesen angenäherten Wert für praktische Zwecke für den Energie- verlust setzen kann.

Gestützt auf die Arbeiten Ewixds hat neuerdings SrEiXMETZ 4) in seinen»Bemerkungen über die Hysteresis« ein überraschendes Resultat abgeleitet und durch viele Versuche für eine große Anzahl von Eisen-, Stahl- und Nickelsorten bestätigt gefunden.

2= im mm-, mg., sek-System.

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¹) Ewixc, Magn. Induktion in Fe und verwandten Met., 1892, dtsch. von IHorBoRx und LIxDECk. EwiNG, Magnetism in iron and other metals. Electrician XXIV, p. 161 ff., 1890.

²) Proc. Roy. Soc. Nr. 220, p. 39, May 1882; Phil. Trans. p. 549, 1885.

³) Phil. Trans. Roy. Soc., Th. II, p. 455, 1885. Centralbl. f. Elektrotechnik, X, p. 780, 1888.

4) Electrot. Zeitschr., 6. Heft, p. 62, 1891.