Einleitung.
Im folgenden teile ich die Art der Ausführung, sowie die Resultate einer Reihe von Versuchen mit, die ich im Elektrotechnischen Institut der Technischen Hochschule zu Darmstadt über die Abhängigkeit der magnetischen Hysteresis, der Magnetisierbarkeit und des elektrischen Leitungsvermögens des Eisens und Nickels von der Temperatur angestellt habe.
Uber den ersten Teil meiner Arbeit, die Abhängigkeit der Hysteresis von der Temperatur, liegen noch gar keine Angaben vor. Der zweite und dritte Teil sind bereits Gegenstand der Untersuchung einiger Beobachter gewesen; doch schien mir eine Wiederholung der einschlägigen Versuche mit den von mir benutzten Materialien nach teilweise anderer Methode, sowohl als Ergänzung der Hysteresisversuche, wie auch im allgemeinen, wünschens- wert. Die Untersuchungen erstreckten sich auf vier Eisen-, zwei Stahlsorten und eine Nickel- sorte in Drahtform und wurden derart ausgeführt, daß die Versuchsdrähte für den ersten und zweiten Teil der Arbeit innerhalb einer Magnetisierungsspule erwärmt wurden. Ihre Temperatur wurde mit Thermoelementen, die magnetischen Eigenschaften nach der magnetometrischen Methode ermittelt und die Resultate in Tabellen sowie graphisch dargestellt.
Wie üblich, bedeutet dabei
H die Feldstärke im Mittelpunkt der Magnetisierungsspule, d. h. die Kraftlinienzahl auf 1 qem Querschnitt;
J die Intensität der Magnetisierung;
B= 4 3+ H die»totale« Induktion, d. h. die Gesamtzahl der Kraftlinien auf 1 qem Querschnitt des Eisens und Solenoides;
B= B— H= 42 die»metallische« Induktion;
die Permeabilität;
H die Hysteresis.
Für den dritten Teil wurden die Drähte teils indirekt, teils direkt durch Strom erwärmt und aus Stromstärke und Spannungsdifferenz an zwei Stellen des Untersuchungsdrahtes die Widerstände für die jeweiligen Temperaturen ermittelt.
I. Uber die Abhängigkeit der magnetischen Hysteresis von der Temperatur.
A. Historisches.
WaARBURG hat 1881 zuerst in seinen magnetischen Untersuchungen) gezeigt, daß, wenn ein Eisendraht einer von 0 bis zu einem Maximum stetig wachsenden, dann wieder bis zu O abnehmenden magnetisierenden Kraft K unterworfen wird, das magnetische Moment m für dieselbe magnetisierende Kraft K größer ist beim Abnehmen als beim Wachsen von K. Er hat zugleich nachgewiesen, daß die Kurve, die man erhält, wenn man bei einem solchen Kreis- prozeß, nach einigen Wiederholungen desselben, das magnetische Moment als Funktion der
¹) Wipp. Ann., XIII, 1881, p. 141, s. übrigens auch FRoMMn, ebendas. p. 318. 1*


