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übel aus. So schreibt H. Cohn:„Mit der Reinlichkeit ist es in den Breslauer Schulen schlecht bestellt. Dicker Staub liegt überall, jeder Gasarm ist mit Staub bedeckt. Die Leinwand-Vorhänge in der Elementarschule auf der Kirchstraſse sind in den ersten acht Jahren des Bestehens der Schule niemals gewaschen worden. Nach dem neuen Programm der städtischen höheren Töchterschule(Ostern 1886) werden täglich alle Räume gekehrt und alle Möbel abgestaubt, aber nur alle sechs Wochen Zimmer und Korridor gescheuert“. In Frankfurt a. M. sollten, wie vor Kurzem in den Zeitungen stand, betreffs einer besseren Reinigung neue Vorschriften erlassen sein; es ist aber auch dort bisher beim Alten geblieben, trotzdem man sich bei einer Untersuchung über die Staubzuführung durch die Heiz-Kanäle überzeugte, dafs diese Verunreinigung vollständig verschwindend sei gegen den sonst in die Klassen gebrachten und in ihnen aufbewahrten Staub.
Es wird demnach immer wieder von Neuem die mahnende Stimme erschallen müssen.
Cassel, 12. März 1889.„Euer Wohlgeboren machen wir auf den Bericht des„VIII. Deutschen Con- gresses für Erziehliche Knaben-Handarbeit zu München am 22. und 23. September 1888“(Görlitz, Ottomar Vierling), sowie auf die Schrift:„Aus der Lehrerbildungsanstalt des Deutschen Ver- eins für Knabenhandarbeit etc.“(Leipzig, Hinrich) als geeignet zur Anschaffung für die dortige Lehrerbibliothek aufmerksam..
Gleichzeitig lassen wir Ihnen Blatt I und II der„Allgemein unterrichtenden Mitteilungen des deutschen Vereins für Knabenhandarbeit“ für die Bibliothek der Anstalt zugehen.
Euer Wohlgeboren wollen die Aufmerksamkeit des Ihnen unterstellten Lehrerkollegiums auf die in diesen Berichten geschilderten Bestrebungen lenken und mit demselben erwägen, ob und wieweit die Knabenhandarbeit bei den Schülern Ihrer Anstalt Seitens der Schule an- geregt und gefördert werden kann.
III. Chronik.
9. April: Eröffnung des Schuljahrs in herkömmlicher Weise.
18. Mai: Ausflug sämtlicher Klassen nach verschiedenen Orten der Umgebung.
19.— 23. Mai: Pfingstferien.
15. Juni: Aus Anlaſs des Hinscheidens des hochseligen Kaisers Friedrich wurde der Nachmittags-Unterricht ausgesetzt, nachdem vorher der Direktor vor ver- sammelten Klassen Mitteilung von der Trauerkunde gemacht hatte.
30. Juni: Gedenkfeier für S. Majestät Kaiser Friedrich. Der Direktor hielt die Ge- dächtnisrede.
2.— 28. Juli: Sommerferien.
2. September: Gemeinschaftlicher Ausflug aller Realklassen auf den Feldberg.
Der Hitze halber fiel der Nachmittags-Unterricht am 4. und 25. Juni sowie am 14. August aus.
24. September bis 6. Oktober: Herbstferien.
8. Oktober: Beginn des Wintersemesters.
18. Oktober, morgens von 8—9 Uhr: Gedenkfeier als am Geburtstage des hoch- seligen Kaisers Friedrich.
30. Oktober: Der Unterricht fällt wegen der Landtagswahlen aus.
1. November: Buls- und Bettag.
24. Dezember— 5. Januar: Weihnachtsferien.
18. Januar: Der Nachmittagsunterricht wird zum Zweck des Eislaufs freigegeben.
26. Januar: Schulaktus als Vorfeier zum Geburtstag Sr. Majestät Kaisers und Königs Wilhelm II. am 27. Januar. Herr Stelz hielt die Festrede.


