Aufsatz 
Experimentelle magnetische Untersuchungen / von L. Külp
Entstehung
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11 Aus der vorstehenden Tabelle geht hervor, dass das oben zu Grunde gelegte Abnahmegeset⸗z ein richtiges war, und dass die Quadrate der Entfernungen bei unipolarer magne- tischer Wirkung den Tangenten der Ablenkungswinkel umgekehrt proportional sind.

Zweiter Abschnitt.

a) Der Einfluss der Breite des Ankers auf die Tragkraft eines Hufeisenmagneten.

Obgleich die Tragkraft eines Magneten nicht als Mass der magnetischen Intensität gelten kann, so hat es doch wohl eih wissenschaftliches Interesse, die Gesetze der Tragkräfte aufzusuchen und kennen zu lernen. Die Tragkraft eines Magneten hängt nicht allein von der Intensität des erregten Magnetis- mus, sondern auch von der Form des Magneten und von der Form des Ankers ab. Einen grossen Einfluss auf die Tragkraft eines Magneten äussert die Form, Grösse(Gewicht) des Ankers, indem der inducirte Magnetismus des Ankers wieder inducirend zurückwirkt auf die Intensität des Magnetismus des Tragmagneten. 6 4

Werden vorerst Anker gleichen Gewichtes, aber von verschiedenen Flächenbreiten der Polflächen- breiten der Streichmagneten ausgewählt, so ist die Tragkraft der Hufeisenlamellen im Allgemeinen bei kleineren Flächenbreiten des Ankers grösser, als bei Ankern von grösseren Flächenbreiten. Es ist das ein Versuch, der öfters angestellt wird, um auf den Unterschied der Tragkräfte aufmerksam zu machen, welcher bei Ankern von verschiedenen Flächenbreiten stattfindet.

Um über diese thatsächliche Erscheinung mehr ins Klare zu kommen, stellte ich Versnche mit Hufeisenmagneten an, für die ich mir Anker von derselben Eisensorte und gleichen Gewichten mit voller Flächenbreite der Polflächen der Magnete, sowie mit den Flächenbreiten:

4, ¼, 1, X und weniger als der Breite der Lamellen(Kante) anfertigen liess.

Die beiden Hufeisenlamellen M und N. welche ich zu meinen Untersuchungen gebrauchte, waren stahlhart, von 30 mm. innerer und 58 mm. äusserer Weite, beide hatten nahezu gleiches Gewicht, Lamelle M wog 178 gr. und Lamelle N 186 gr., sonach ein Unterschied an Gewicht von nur 8 gr., die zu den Versuchen gebrauchten Anker waren gut 1 so schwer, als die Lamellen.

Beide Lamelle wurden alsdann durch einen starken Electromagneten unter Zuziehung der von mir angegebenen ⸗magnetischen Sättigungsmethode- für kurze Magnetstäbe in den Zustand der mag- netischen Sättigung versetzt und hierauf die Tragkräfte mit einem Anker von bestimmter Flächenbreite ermittelt. Auf eine gleiche Weise wurden die Tragkräfte bei den anderen Ankern von verschiedenen Flächenbreiten bestimmt, nachdem die Lamellen jedesmal wieder magnetisch gesättigt wurden.

In kommender Tabelle B sind die erhaltenen Resultate zusammengestellt und die erhaltenen Tragkräfte in Procenten der grössten bipolaren Tragkraft hier bei Flächenbreite ausge- drückt.

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