Aufsatz 
Experimentelle magnetische Untersuchungen / von L. Külp
Entstehung
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y) Ersatzpole und Ersatzmagnete. Wird in den Gleichungen IIa. und VI.

vIrI;, d. h. sind die Abstände der Pole bei unipolarer Wirkung, oder die Abstände der Pole bei bipolarer Wirkung, bei denen die Nadel der Bussole auf Null gehalten wird, einander gleich, so hat man für diesen speciellen Fall ⸗aequivalente Pole(Ersatzpole)« oder zaequivalente Magnete(Ersatzmagnete).

) Die Vergleichung der bipolaren magnetischen Intensitäten von Hufeisenmagneten und der Vorzug der magnetischen Compensationsmethode.

Die Hufeisenlamellen werden analog wie die kurzen Magnetstäbe unter S) behandelt. Man bringt eine Hufeisenlamelle(Normallamelle) in die Richtung des magnetischen Meridians, so dass ihre Längen- axe in demselben liegt. Die erfolgte Ablenkung der Nadel wird durch die zu untersuchende Hufeisen- lamelle von der andern Seite der Nadel her wieder aufgehoben, so dass die Nadel der Bussole in der Nullstellung beharrt. Die Formeln unter S) kommen auch hier zur Anwendung.

Die magnetische Compensationsmethode(Nullmethode) hat vor anderen Metnoden den Vorzug, dass neben einer raschen Ausführung, weder Winkel, noch Torsionsbewegungen oder Zeiten zu messen sind, deren Bestimmungen wie bekannt mitunter schwierig sind.

b) Die Aenderungen magnetischer Intensitäten beim Aufeinander- legen von Magnetstäben im entgegengesetzten Sinne.

α.)) Die Aenderungen im Allgemeinen.

Werden Magnetstäbe in gleichem Sinne aufeinander gelegt, so finden bekannter Weise Schwäch- ungen der magnetischen Intensitäten statt, erfolgt jedoch das Aufeinanderlegen in ungleichem Sinne, so ergeben sich Stärkungen der magnetischen Intensitäten. Diese Stärkungen nachzuweisen, ist der Zweck dieses Kapitels, und theile das Wichtigste in Nachstehendem mit.

Die Kenntniss der magnetischen Compensationsmethode wird nun als bekannt angenommen, auch wird ferner bemerkt, dass die magnetische Intensität der Normallamelle immer mit m dargestellt wird, und in diese magnetische Intensität nach der Formel:

die betreffenden magnetischen Intensitäten der zu untersuchenden magnetischen Actionen ausgedrückt werden. Die Versuche sind nicht allein mit kurzen Transversalmagneten, sondern auch mit Magneten in Hufeisenform angestellt worden.

9) Die experimentellen Untersuchungen. Die angestellten Untersuchungen werden inenachstehender Ordnung gegeben:

I. Die gegenseitige Wirkung von zwei gleichen magnetischen Intensitäten. 1) Kurze Transversalmagnete. Zwei nicht gesättigte Magnete von der magnetischen Intensität= 0,729(Ersatzmagnete) wurden im entgegengesetzten Sinne aufeinander gelegt. Ihre Trennung erfolgte in kurzer Zeit wieder, Aende- rungen in ihren magnetischen Intensitäten hatten nicht stattgefunden.

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