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Bürgerkapitäne, die deshalb auf das Rathhaus eingeladen wurden, lehnten faſt alle freundlichſt ab.
Nun ließ unterm 15. Juli 1805 das Konſiſtorium eine neue Bekanntmachung ausgehen, durch die es das Ver⸗ trauen des Publikums zu ſtärken, die Quartierſchullehrer zu beruhigen ſuchte und dabei,— was nicht unbemerkt bleiben darf,— ſchon nicht mehr von der Anlage von mehreren Schulen ſprach, ſondern, den Zweck beſchränkend, erklärte: „Dazu, daß unſere liebe Vaterſtadt endlich einmal wenigſtens Ein eigenthümliches Haus, der Jugendbildung gewidmet, er⸗ halten und ihre Muſterſchule der Vollkommenheit näher bringen
möge, bitten Bürger den Bürger um Gaben.“
. Und nun begann wirklich der Umgang! Unermüdlich gingen die braven Sammler von Haus zu Haus, vom reichen Komptoir bis zur armen Dachſtube, und legten überall ihre Liſte vor.— Pfarrer Benckard allein klopfte bittend an 257 Thüren an. An vielen wurden die Bittenden abgewieſen, aber auch viele reiche Gaben und manch Scherflein der Wittwe floſſen ihnen zu. Obgleich die Aufforderung vom lutheriſchen Konſiſtorium ausgegangen war, liefen doch auch von anderen Konfeſſionen Beiträge ein. Die deutſch⸗refor⸗ mirte Gemeinde gab 700 fl., die franzöſiſch⸗reformirte 500 fl. Im Ganzen kamen ungefähr 12,000 fl. als einmaliger Bei⸗ trag für den Kapitalfond ein und an jährlichen Beiträgen wurden 4046 fl. 36 kr. auf je 10 Jahre gezeichnet.— Das Geſchäft der Zeichnung und Einkaſſirung dauerte bis zum December fort.
Zur Deckung der augenblicklich nöthigen Baukoſten von 7000 fl. und für den laufenden Bedarf an Lehrergehalten reichte der Ertrag der Sammlung zwar nicht hin. Inzwiſchen aber hatten in der Stille, unter des unternehmenden Beth⸗ mann eifriger Förderung, 15 Männer ſich vereinigt, um den Kaufſchilling für das Loderhoſiſche Haus,„dieſe einzig gelegene Räumlichkeit,“ aufzubringen und dem Konſiſtorium
Muſterſchule. 2


