15—
Grotefend's und Sömmerring's Beiſtand für„Junge und Alte, Gymnaſiaſten und Frauenzimmer“ populäre Vor⸗ leſungen„über griechiſche und lateiniſche Literatur, Geſchichte und Geographie, Pathologie und Chemie, Mathesis pura et applicata“ einzurichten, von denen Günderrode fürchtete, daß ſie den Zuhörern nur dazu dienen würden,„einzelne halb⸗ verſtandene Sätze aufzufangen, um Staat damit zu machen, ſich zu verbilden und den Unterrichteten zum Ekel und zum Geſpött zu werden.“— Durch dieſe vielſeitig umirrende Thätig⸗ keit wurde Klitſcher von ſeiner eigentlichen Aufgabe abge⸗ zogen, und derſelbe Mann, der durch ſeine bedeutende Be⸗ gabung und ſeine imponirende und gewinnende Perſönlichkeit, in raſchem Anlauf das Vertrauen des Publikums in ſeltenem Grade ſich erworben, fühlte im Zuge hochfliegender Pläne und unter der Laſt vielſchichtiger Arbeiten, in die er ſich ver⸗ wickelt, Kraft und Muth zuſammenbrechen, verzweifelte eud⸗ lich ſelbſt an der Anſtalt, deren Seele er war, und verließ dieſelbe plötzlich(im December 1804),— um wenige Jahre ſpäter, mit ſeiner Frau vereint, in den Fluthen der Neiße einen freiwilligen Tod zu finden.
Erſt am 4. März des folgenden Jahres hatte man einen neuen Oberlehrer(Gruner) gefunden und zugleich waren Ver⸗ handlungen mit dem Bauamt zum Erkauf des Loderhoſe'⸗ ſchen Hauſes eingeleitet worden.„Wie ſehr ſoll mich's freuen,“ ſchrieb am 30. März 1805 Günderrode an Huf⸗ nagel,„Sie, Theuerſter, nach der Berichtigung dieſes An⸗ liegens in dem ruhigen Genuß vielen Segens zu ſehen, den Sie durch Anſtrengungen und Miühſeligkeiten vieler Jahre erkämpfen mußten!“— Nunmehr hatte man auch neuen Muth gewonnen, um ſich an die Bürgerſchaft zu wenden.
Im April des Jahres 1805 wurden in größtem Royal⸗ Folio Liſten gedruckt, mit einer kurzen Anſprache an das Publikum, unterzeichnet vom„Konſiſtorium“ und mit der Ueberſchrift„Liſten für das löbliche— Quartier zur Selbſt⸗


