Aufsatz 
Beiträge zur Geschichte der Musterschule
Entstehung
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6. Oktober 1804 aber verfügte ein Senatsdekret,die beſtättigte Anſtalt unter keinem andern Namen als dem der Muſter⸗ ſchule öffentlich und privatim paſſiren zu laſſen.

Mit raſchem Eifer hatte Klitſcher zur erſten Prüfung gerüſtet, und zum Druck der Einladungsſchrift bewilligte Hoher Senat 50 Thaler aus der Stadtkaſſe. Große Spannung herrſchte im Publikum und bald kamder Entſcheidungstag, die erſte Prüfung(2. und 3. Juli 1804),bei der das Zuſtrömen in Gegenwart des ganzen Konſiſtoriums für eine mehr als gewöhnliche Theilnahme an der neuen Anſtalt zeugte. Der erſte Sieg war gewonnen; in wenigen Tagen ſtieg die Schüler⸗ zahl auf 140 und im Oktober war ſie auf faſt 200 ange⸗ wachſen.

Ueber den Erfolg der Prüfung erſtattete das Konſiſtorium an Hohen Senat ausführlichen Bericht, worin auch, um die Leiſtungen der neuen Schule noch mehr hervorzuheben, auf denüber alle Maßen kläglichen Zuſtand der teutſchen Schulen hingewieſen wurde, und erhielt darauf unterm 21. Auguſt 1804 ein Senatsprotokoll, worin dasſelbeunter Bezeigung des Dankes für das, was bisher durch Errichtung der Muſter⸗ ſchule für das allgemeine Beſte geſchehen, kommittirt wird, ſelbige, ſo viel thunlich zu befördern und zu erweitern.

Noch immer aber war die Anſtalt faſt allein auf die zufällige Schulgeld⸗Einnahme angewieſen. Und dennoch, gewiß in weiſer Abſicht,klug und vorſichtig wie die Schlangen und ohne Falſch und arglos wie die Tauben*) hatten die Behörden gezögert, den Patriotismus der Bürger zur Unterſtützung aufzufordern. Man fürchtete den ſchwan⸗ kenden Einfluß der öffentlichen Meinung. Die Anſtalt ſollte erſt fertig daſtehen, lediglich vom Staate gegründet.

Erſt nachdem das Werk vollzogen und in guten Gang geſetzt war, erſt nachdem die Kinder, von dem reichen

*) Worte Hufnagel's in der nachbenannten Schrift.