Aufsatz 
Beiträge zur Geschichte der Musterschule
Entstehung
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Bald nach dem Tode Geiler's, in deſſen Schule nur noch 28 Kinder ſich vorfanden, begann Klitſcher ſeine Wirk⸗ ſamkeit,*) und zwar in der alten Geiler'ſchen Schulſtube in der rothen Kreuzgaſſe. Noch fortwährend am Gymnaſium beſchäftigt, ertheilte er wöchentlich nur 6 Stunden an der neuen Schule, wurde aber durch den Lehrer Köhlein unter⸗ ſtützt und durch den Gymnaſiaſten Diehl, derunter ihm angezogen und zum Schullehrer gebildet wurde. Indes war im Auguſt 1803 das Loderhoſiſche Haus in der Friedberger Gaſſe gemiethet worden, und dorthin ſiedelte, wahrſcheinlich im Herbſt des Jahres 1803,**) Klitſcher mit ſeiner Schule über. Die Zahl der Schüler war bis zum Juni 1804 auf 120 geſtiegen und wurde in 4Haupt⸗ ordnungen getheilt, das jährliche Schulgeld war auf 15 fl. feſtgeſetzt, 4 fl. höher als das der Quartierſchulen mit In⸗ begriff der Accidenzien.

Nur Klitſcher, derOberlehrer,***) der mit Feuer⸗ eifer in der Schule ſchaffte und organiſirte, aber immer auch noch am Gymnaſium beſchäftigt war, erhielt einen feſten Ge⸗ halt; die übrigen Lehrer, es treten deren im Laufe des Jahres 1804 ab⸗ und zugehend 10 bis 14 auf, darunter auch mehrere Gymnaſiaſten, wurden ſtundenweiſe bezahlt.

Die neue Anſtalt war alsBürgerſchule eröffnet worden und wird auch ſo in der erſten Druckſchrift genannt, die von ihr ausging. Nur beiläufig und offenbar im An⸗ ſchluß an den Gedanken, daß ſie zugleicheine Experimentir⸗ und Probeſchule für das öffentliche Unterrichtsweſen werden ſollte, wurde ſie auch Muſterſchule genannt. Unterm

*) Der Zeitpunkt läßt ſich nicht näher ermitteln. **) Der Zeitpunkt läßt ſich ebenfalls nicht näher ermitteln. ***) Für auswärtige Leſer ſei bemerkt, daß in Frankfurt(noch im heutigen Sprachgebrauch) unter Oberlehrer der erſte Lehrer und Dirigent einer Volks⸗ oder Bürgerſchule verſtanden wird.