Aufsatz 
Beiträge zur Geschichte der Musterschule
Entstehung
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dem Konſiſtorium vorerſt die Verwendung der Zinſen des Vermächtniß⸗Kapitalszu Verbeſſerung des hieſigen teutſchen Schulweſens überlaſſen, unter der Auflage, eine ganz neue Schule als Muſter⸗Schule einzurichten, Senatui ein tüchtiges Subjekt zum Lehrer, nebſt dem demſelben auszuwerfenden fixen Gehalt vorzuſchlagen, die Verwaltung der Kaſſe dieſer Schule zu übernehmen und darüber hohem Magiſtrat Bericht zu erſtatten.

Für denſelben Fond wurden ferner 2000 fl. beſtimmt, die ſchon am 31. Auguſt 1802 Senior Hufnagel in 6 pro⸗ centigen Kur⸗Pfälziſchen Obligationen als Ertrag ſeiner Säkularpredigt dem Konſiſtorium übergeben hatte.Es war die Sache, nicht meine Predigt, welche dieſe ſchöͤnen Gaben ſammelte, ſagte der beſcheidene Mann.

Im folgenden Jahre erfolgte, in ſinnreichem Anſchluß an die bisherige Schulordnung, die Gründung der Schule ſelbſt. Schon in den letzten Jahren des vorigen Jahrhunderts nämlich hatte der Senat beſchloſſen, einen weiteren Verkauf der Schulgerechtigkeit(deren Preis auf 300 fl. normirt war) nicht ſtattfinden zu laſſen,vielmehr dieſe ſogenannte Schul⸗ gerechtigkeit in dazu geeigneten Fällen aus der gemeinen Stadtkaſſe abzukaufen. Als nun am 25. Maͤrz 1803, der deutſche Lehrer Chriſtian Michael Geiler ſtarb, wurde in Folge jenes Beſchluſſes die Konzeſſion der durch Geiler's Tod erledigten Quartierſchule um den Preis von 300 fl. ex aerario erfauft und die Schule ſelbſt von Hohem Senat zur Baſis der neu zu gründenden Unterrichtsanſtalt beſtimmt.

Auf dieſer Baſis und mit den geringfügigen Mitteln, die wir eben angegeben haben, wurde das Werk begonnen.

Ein junger Mann, Magiſter Klitſcher aus Schleſien, ſeit einigen Jahren Lehrer an der unteren Klaſſe des hieſigen Gymnaſiums, wurde mit der Leitung der Schule beauftragt, undſeiner Einſicht, ſeinem Eifer überlaſſen, aus der alten Anſtalt etwas Neues hervorzubringen.