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zu behandeln gewohnt iſt, aber doch derſelben Jugend, die ſchon frühe mit großem Selbſtgefühl und Freiheitsſinn erfüllt iſt, eine überraſchend große Achtung vor der Autorität einzuflößen verſteht und dadurch einen charakteriſtiſchen Vorzug des Volkes herausbildet, der faſt in allen Verhältniſſen,— wie in häuslicher Sitte und in der Schule, ſo in der Kirche und im Staatsleben ſich zeigt.(Vergleiche Wieſe, Briefe über engliſche Erziehung, S. 29.) Das dünkt uns die rechte Dienſttreue, die ſelbſt vor der Todesſchlacht keiner anderen Mahnung bedarf, als des Nelſon'ſchen Worts:„Das Vaterland erwartet, daß ein Jeder ſeine Pflicht thut!“
Verwandt mit der Dienſttreue iſt die treue Kamerad⸗ ſchaft. Noch edler als bei Achill, der ſeinem Patroklus „ſchrecklich Todtenopfer bringt“, zieht ſich die treue Kamerad⸗ ſchaft, mit der die Helden in Kriegsfährniſſen Rücken an Rücken ſtehen und für einander bluten und ſterben, als ſchönes Motiv der Tapferkeit durch das mittelalterliche Waffen⸗ leben. Aber auch dieſer Grundton deutſcher Ritterlichkeit, der in Uhland's treuem Kameraden elegiſch ausklingt und unſere Jugend rührt, läßt ſich ſchwer in unſere Schlachten übertragen; denn der Kriegsherr ſtellt ſeine Tauſende nicht nach der Ordnung der Herzensſympathieen auf. Doch wenn die neuere Kultur überhaupt den poetiſchen Schmelz eines individuellen Gemüthslebens mehr und mehr verwiſcht und dagegen die Begeiſterung auf allgemeinere und größere Ge⸗ danken hinlenkt, ſo muß der Krieg, wenn er uns beſchieden ſein ſollte, auch noch eine Kameradſchaft kennen, die zwar weniger perſönlich als jene, aber durch die Wahrheit und Größe ihres Grundgedankens mächtig iſt. Das iſt der Gemeingeiſt, der nicht mehr, wie im Frieden und auf der


