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Muth oft nur dadurch bewähren, daß ſie in Linie und Maſſe wie Maſchinen ſich hin⸗ und herſchieben laſſen, im Kugelregen ruhig Gewehr im Arm ſtehen und bei dem Allem in übermenſchlichen Anſtrengungen, ohne ſichtbaren Erfolg, ohne greifbaren Zweck, doch ohne Murren und Laßheit ausdauern.
Und bei dem Gedanken an eine ſolche Kriegsweiſe mögen diejenigen, die ſo friſch davon reden, daß man die Soͤhne des Vaterlandes zu hohem Kampfesmuth erziehen müſſe, ſich zuvörderſt fragen, ob ſie dem eigenen Sohne auch die größere Tugend gelehrt haben,— den Gehorſam.— Wir meinen durchaus nicht, daß man die freie Bewegung der Jugend noch mehr beſchränken ſoll, als dies von unſeren civiliſirten Sitten und Gewohnheiten bereits geſchehen iſt. Im Gegentheil trägt vielleicht gerade das viel und vielerlei Verbieten einen Theil der Schuld, wenn der Jugend das Gehorchen ſo ſchwer wird und wenn ſie in dem kleinen Kriege des Widerſprechens, Krittelns und übermüthigen Muthwillens gegen die Autorität ſich aufzulehnen und dadurch den Reſpekt vor dieſer überhaupt zu verlieren pflegt. Aber je mehr wir die Schranken erweitern, innerhalb welcher der Knabe in freier Entwickelung ſeiner Kraft zum Charakter erſtarken ſoll, um ſo ſtrenger und unnachſichtiger muß die Zucht ſein, welche dieſe Schranken achten lehrt. Er muß in der Freiheit die Unterordnung unter das Geſſetz lernen; und dieſer Gehorſam lebt ſich zunächſt in der Gewöhnung zur Ehrfurcht vor den Eltern und in weiterer Entwickelung durch eine heilige Scheu vor Allem, was wirklich heilig iſt, in die Seele des Jünglings ein.
Wir, die wir fremde Sitte ſo gerne nachahmen, ſollten in dieſem Stücke von der engliſchen Erziehung lernen, die das jüngere Alter zwar mit großer Liberalität und Nachſicht


