Aufsatz 
Erziehung und Wehrhaftigkeit
Entstehung
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Parade, ein Corps d'esprit der uniformen Knöpfe und Litzen iſt, ſondern im edelſten Sinne unter dem Panner des gemeinſamen Vaterlandes deutſche Männer und Jüng⸗ linge zu Waffenbrüdern eint. Wenn je noch von perſön⸗ licher Tapferkeit in unſerer Kriegsſitte die Rede ſein ſoll, ſo kann ſie einer ſolchen Kameradſchaft nicht entbehren.

Aber wir fürchten ſehr, daß gerade dieſer ſtarke Kitt der Waffenſtärke unſeren Heeren großentheils fehlt; wir fürchten am meiſten, daß die Söhne des Vaterlands, welche die treibende und leitende Kraft des Kriegs bilden ſollten, weil ſie von der Vorſehung auf die Höhe der Kultur geſtellt ſind, fremdartig, kalt und mehr ſcheidend als bindend in die Glieder unſeres Heeres eintreten werden.

Das ariſtokratiſche Standesbewußtſein, der Dünkel, beſſer zu ſein, alsandere Leute im Volke, die anerzogene Vor⸗ nehmheit, die von dem gemeinen Manne ſich zurückhält, die Armuth an⸗freundſchaftlichem Sinn und Freundesbegeiſterung, die namentlich in den abgeſchloſſenen und erkaltenden Ver⸗ hältniſſen großer Städte die jugendlichen Herzen verödet, wie ſollen Jünglinge, die unter ſolchen Verhältniſſen auf⸗ wachſen, in das Heer des gemeinſamen Vaterlandes ſich einreihen? Wie Viele, die für eine große Machtentfaltung Deutſchlands reden und ſchreiben, denken nur an den Bauer hinter dem Pflug, der fürs Todtſchießen gut ſei, und ſtehen ſchon vorſichtig im Akkord zum Loskauf des eigenen Sohnes! Wo iſt der Rauſchebart, der rufen möchte:Mein Sohn iſt wie ein andrer Mann! Wo die ſpartaniſche Mutter, die ihrem Sohne den Schild reicht:Kehre mit ihm wieder, oder auf ihm! Merkt man nicht, daß hier eine ſchwerere und heiligere Pflicht der Erziehung hervortritt, als die, welcher man auf dem Turnplatz genügt?!.

Was wir zu thun haben, um auch dieſe Pflicht zu er⸗

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