Aufsatz 
Erziehung und Wehrhaftigkeit
Entstehung
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zu richten, an ihnen zu rütteln und zu beſſern und zugleich den Januskopf mit noch größerem Grimme nach Außen zu wenden; die Jugend rüſte ſich, ohne rückwärts zu ſchauen, mit voller Freude dem äußeren Feinde entgegen. Uns dünkt das ſpartaniſche Geſetz noch nicht antiquirt, das den Männern verbot, in Gegenwart von Jüngeren die Geſetze des Staates zu kritiſiren.

Noch praktiſcher, als in der Schule und der Sitte des Hauſes, bildet ſich der Patriotismus an dem Geiſt des Volkes ſelbſt. Und hier bleibt in dieſer Zeit Lauf als größter Troſt, daß unſer Volk, ſo demüthig und geduldig es nach Außen und ſo krittelig und unzufrieden es nach Innen iſt, doch noch nicht von der Art gelaſſen haben kann, die ſo ſchön in dem Heros der deutſchen Sage ſich darſtellt, in jenem heldenmüthigen Dietrich von Bern, der faul zum Kampfe und zaghaft und verdroſſen war, aber wenn er einmal ſein warmes Blut unter dem Schwerte des Feindes fließen fühlte, in heller Freudigkeit und mit zermal⸗ mender Kraft alle Helme und Häupter ſeiner Feinde zerſchlug.

Unſer Patriotismus muß durch ein praktiſches Intereſſe aufgeſtachelt werden; irgend eine Idee, wie die der Natio⸗ nalität, thut es nicht, wenigſtens nicht bei dem Volke im Großen und Ganzen. Nicht der ideale Enthuſiasmus, mit welchem im Befreiungskampfe die Freiwilligen aus Hör⸗ ſälen und Amtsſtuben zu den Fahnen eilten, hätte unſer Vaterland gerettet, wenn nicht hinter ihnen die Landwehr⸗ männer geſtanden hätten, die wenig von Geſchichte und Nationalität wußten, aber in altererbter Anhänglichkeit an ihrer Hufe und Sitte feſt hielten und den Franzoſen, der ihnen die letzte Kuh aus dem Stalle genommen hatte, im Grimme mit Flintenkolben niederſchlugen. Denn:

Haß iſt der rechte Meiſter in aller Ritterſchaft.