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Es iſt zu beklagen, daß ſelbſt Schriftſteller, wie Chr. Schmid, Chr. G. Barth, Schubert, A. Wildenhahn denen neben chriſtlicher Geſinnung noch manche Vorzüge eigen, ſind, von ſolchen Gebrechen, wie wir ſie eben erwähnt, keines⸗ wegs ganz freigeſprochen werden können.*)
*) Wir greifen, des Beiſpiels wegen, aus hundert Erzählungen von Schmid eine heraus, die(wahrſcheinlich als pädagogiſch beſonders brauchbar) auch in mehrere Schul⸗Leſebücher übergegangen iſt. Ein armer Köhlerknabe hat im Walde den Geldbeutel verloren mit den paar Kreuzern, für welche er Arznei für ſeine kranke Mutter bezahlen ſollte.— Nach natürlichem Verlauf würde nun die Geſchichte mit der Moral einer gelinden Ohrfeige für den Leichtfuß endigen. Aber der Knabe betet; und der Maſchiniſt im Welttheater läßt zur Stunde einen „Grafen mit einem Stern auf der Bruſt“ durch den Wald reiten, dieſen den Geldbeutel finden und dazu auch den weinenden Knaben. Und nun hält der Graf dem Buben einen rothſeidenen Beutel mit durch⸗ blinkenden Goldſtücken vor:„Iſt dieß der Deinige?“— Der Kleine hätte ſchon ein geübter Schurke ſein müſſen, wenn er die überraſchend ſich darbietende Gelegenheit eben ſo raſch hätte benutzen, oder auch ein großer Einfaltspinſel, wenn er die ihm geſtellte Falle nicht hätte merken ſollen. Da er aber weder dieſes, noch jenes iſt, ſondern den Beutel ablehnt, und den zweiten, der ihm nun vorgehalten wird(den von ihm wirklich verlorenen) als den ſeinigen bezeichnet, ſo redet der Graf ihn an:„Weil du ein ſo frommes Kind biſt, ſo ſchenke ich dir den Beutel mit Gold dazu!“— woraus, neben Anderem, die Moral zu ziehen iſt, daß man einen Beutel mit Gold geſchenkt bekommt, wenn man ihn nicht ſtiehlt.— Wir haben indeß den Verfaſſer der Oſtereier nicht deßhalb angeführt, weil wir ihn für den ſchlimmſten, ſondern weil wir ihn noch für einen der beſten moraliſirenden Kinderſchriftſteller halten. Man muß den Mann lieben um ſeines frommen kindlichen Sinnes und ſeiner herzlichen Kinderliebe willen und überdieß ihm das Verdienſt laſſen, daß er, als noch kaum ein Anderer daran dachte, hier und da für die Kinderſchrift nach altem, volksthümlichem Stoff zurückgriff, der ſelbſt unter etwas romantiſcher Einkleidung noch wirkſam blieb;— wie denn auch Andere, z. B. Nieritz, am beſten ſchreiben, wenn ſie gehaltvollen Stoff aus dem wirklichen Leben nehmen.


