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(und ſelbſt neueſte Pädagogen, wie Schmid aus Schwarzen⸗ berg) die Lehre der Baſedowe'ſchen Schule, daß man den Kindern„nur Wahres und Wirkliches erzählen“ dürfe, noch nicht verlernt haben. Aber wir zweifeln ſehr, daß eine ſolche Wirklichkeit, bei der Alles mit Händen greifbar iſt, die Tugend nur aus klaren, wohlerwogenen Gründen hervorgeht und die Realität in dem Sinne des Campe'ſchen Satzes verſtanden wird, wonach der Erfinder des Spinnrades größere Verdienſte hat, als der Dichter der Odyſſee,— wir zweifeln, daß eine ſolche nüchterne Wirklichkeit auch die volle Wahrheit des Lebens ſei. Wir denken daran, daß es auch eine ideelle, poetiſche Wahrheit gebe, und fürchten ſehr, daß Kinderſchriften, welche jene tiefe Wahrheit des Wunderbaren und Unbegreifli⸗ chen, des unbewußt Großen und wirklich Rührenden aus dem Bilde des Lebens ſtreichen, darauf hinauslaufen, die Keime eines reichen Seelenlebens, wie ſie ſchon im Kinde angelegt ſind, zu verwahrloſen und abzutödten,„um nach einigen abſtrakten Regeln des ſogenannten geſunden Menſchenverſtandes für die hausbackene Welt dieſes Verſtandes ſelbſt“(Waitz) und zu einem nur auf unmittelbare praktiſche Nützlichkeit gerichteten Sinn zu erziehen.
Wir erkennen indeß an, daß jene, in der Beſchränkung auf die nüchterne Wirklichkeit wurzelnde Unwahrheit des Kin⸗ derbuchs einer faſt überwundenen Richtung angehört. Mehr haben wir vielleicht von dem Umſchlag in's andere Ertrem zu fürchten; und überhaupt,— die Manier, das Leben im Bilde zu fälſchen, iſt verſchieden.
Wir erinnern zunächſt an die ſchönen„Geſchichten von artigen und unartigen Kindern,“ die ſeit den friſirten und gallonirten Herrchen und Dämchen des Weiße'ſchen Kinder⸗ freundes(1775) bis auf unſere Zeit ſich fortgepflanzt haben. Sie erregen voraus das Bedenken, daß das Kind ſelbſt es


