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iſt, und weiſt damit den ſittlichen Willen überhaupt in heilſame Schranken; ſie gewöhnt an Ordnung und Pünkt⸗ lichkeit und giebt damit der geiſtigen Bewegung überhaupt eine maßvolle Haltung. Das Geſchäft dieſer Regierung hat aber in unſeren civiliſirten Verhältniſſen eine ſo unnatürliche Ausdehnung erhalten, daß es die ganze Thätigkeit der Erziehung zu erſchöpfen droht. In unſeren Häuſern, Gärten und Straßen giebt es ſo viele hundert Dinge zu verderben, der natürliche Sinn und Ungeſtüm des Knaben verſtößt ſo hundertfältig gegen die Regeln der einmal hergebrachten Konvenienz, daß wir mit Wehren, Erinnern und Tadeln kaum fertig zu werden wiſſen. Wir müſſen ihn lehren, wie er gehen und ſtehen, wie er eſſen und trinken, wie er ſprechen und ſchweigen ſoll, und ihn in alle die Formen des Anſtands und der Schicklichkeit gewöhnen, welche unſere geſelligen Verhältniſſe nun einmal verlangen. Aber wenn der Knabe ſich dabei unanſtellig zeigt,— wenn er mit untergeſchlagenen Beinen türkiſch auf dem Sopha ſitzt, während er anſtändig deutſch ſitzen ſollte, wenn er mit raſchen Sprüngen die Treppe hinunter⸗ tobt, während er leiſe Stufe um Stufe nehmen ſollte, wenn er in der Dornenhecke, in der er den Käfer ſucht, ſein feines Kleid zerreißt, wenn er hundert Unarten gegen die Konvenienz begeht,— ſo dürfen wir dabei nicht vergeſſen, daß wir es hier nicht mit ſchlimmen ſittlichen Vergehen zu thun haben, ſondern mit Dingen, in denen die heiligen Erzväter, wenn ſie in unſere Zuſtände herein⸗ träten, vielleicht noch weit widergeſelliger erſcheinen würden. Hält der Erzieher nicht einen ſolchen Geſichtspunkt feſt, ſo geräth er leicht in Gefahr, die an ſich unerläßliche Gewöhnung zur Ordnung und Pünktlichkeit pedantiſch und eigenſinnig und die Maßregeln auf dem Gebiete der Kon⸗


