Aufsatz 
Schranke und Freiheit in der Erziehung
Entstehung
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ihr eigenes Intereſſe an ſeiner Arbeit und ſeinem Streben ihm ebenſowohl Freudigkeit als Klarheit für ſeine Beſtre⸗ bungen geben. 8

Endlich muß mit beſonderem Nachdrucke erinnert werden, daß der Jugend neben der gebotenen Schularbeit noch Raum gegeben werden müſſe, ſich in freier Thätigkeit zu verſuchen. Wie die Wurzel der Pflanze in hundert Windungen durch Lehm⸗ boden und Gerölle nach der ſie nährenden Fruchterde hinkriecht, ſo ſpürt die geſunde jugendliche Kraft unbewußt ſich eigene Wege der Bildung auf Wenn das Kind im Sande Höhlen gräbt und Berge baut, wenn der Knabe den Bach abzudämmen ſucht, wenn er dem Vogel zu ſeinem Neſte nachklettert oder wenn er den glänzenden Käfer jagt, wenn er zerſtört und baut, wenn er ſchnitzt und ſägt und drechſelt, wenn er mit plumpen Strichen Thiere und Menſchen zu zeichnen ſucht, wenn er ſich unter die Menſchen drängt und ihrem Treiben zuſchaut, oder auch wenn er ſtundenlang müſſig unter der Decke des Waldes liegt und ſeinem Brauſen lauſcht, wie nutzlos oder ſelbſt gefährlich erſcheint das Alles denen, die keine andere Arbeit für den Knaben kennen, als die Arbeit hinter den Büchern. Und doch iſt hier auch eine Thätigkeit, ein Schaffen, ein Sinnen und Sammeln, ein Erfinden und Erfahren; doch iſt es eben dieſe freie Thätigkeit, bei welcher der Knabe am meiſten ſich ſeiner ſelbſt inne wird und tauſend Dinge kennen lernt, hundert Wege der Bildung aufſpürt, die kein Schulbuch zu lehren und kein Schulplan zu ſchematiſiren vermag.

Man leſe die Geſchichte tüchtiger Männer, um zu erfahren, wie viel kernfeſte Naturen in der Freiheit des Knabenlebens ſich gebildet haben. Freilich iſt eine ſolche