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kann die Erziehung nicht ohne Unterricht und der Unter⸗ richt nicht ohne große erziehende Wirkung gedacht werden. Die Übung der geiſtigen Kraft, die Gewöhnung zu raſchem und beſonnenem Zuſammennehmen der Gedanken, die ſitt⸗ liche Zucht, in welche die ernſte Arbeit den Schüler nimmt, dabei der Gewinn an Wahrheit und neuen Gedanken und endlich das Schulleben ſelbſt,— in dieſem Allem liegen ſtarke, unentbehrliche Mittel der Erziehung. Aber auch der Unterricht wird eine ſolche heilſame Wirkung erſt dann in vollſtem Maße entwickeln, wenn er nicht durch Zwang aufgedrungen, ſondern mit freiem Intereſſe empfangen und benutzt wird. Der Segen einer freien Arbeit, bei welcher der Knabe die Luſt am Arbeiten und die Freude am Gegen⸗ ſtande der Arbeit koſten lernt und ſich ſittlich ſtärkt und hebt,— ein ſolcher Segen verſchwindet für den Knaben, wenn er zwangsweiſe gewöhnt wird, das Lernen wie ein Geſchäft abzumachen, und je mehr wir ihm einreden und er ſich einreden läßt, daß er nur für ſein künftiges Fort⸗ kommen zu lernen habe. Geſchieht aber dieſes Drängen in der beſtimmten Abſicht, den Knaben ausſchließlich und ſo frühzeitig als möglich auf ein beſonderes Geſchäft abzurichten, ſo wird er überdieß bald auf dem beſten Wege ſein, gerade das Gegentheil von dem zu werden, wozu man ihn abzurichten meint. Denn ein Menſch, den man gewöhnt, die Dinge nur darauf anzuſehen und nur ſo anzufaſſen, wie ſie für einen beſtimmten Fall nutzbar ſind, wird nicht praktiſch werden, ſondern unpraktiſch, weil eben das Praktiſche, das man ſo gemeinhin von der Schule zu fordern pflegt, nicht in dem Geſchick zu einer beſtimmt erlernten Arbeit beſteht, ſondern darin, daß man das Arbeiten überhaupt gelernt, vielſeitige Erfahrungen geſam⸗ melt hat, und den Erwerb ſeines Geiſtes in freieſter und


