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Dir ziemt's Kriege zu führen zu Land und zu Wasser, Messala, Dass du das eigene Haus schmückst mit der Beute des Feind's. Mich den Gefesselten halten die Bande des reizenden Mägqdleins, Und vor grausamer Thür' halt' ich beständige Wacht. Ruhm ist's nicht, was ich suche, o Delia, bin ich bei dir nur, Mag man immer als schlaff oder als feig mich verschrei'n. Sei dein Blick mir gegönnt, wenn die Stunde des Scheidens gekommen, Lass mich sterbend dich noch halten mit starrender Hand! Wohl weinst, Delia, du, lieg' ich auf bereitetem Holzstoss, Unter der Thränen Erguss gibst du mir Küsse betrübt. Weinst; denn nicht ist umschnürt dein Busen mit grausamem Eisen, Noch ist ein steinernes Herz dir in der zärtlichen Brust. Heimwärts kehrt kein Mädchen und Jüngling von meinem Begängniss, Ohne dass allen das Aug' feucht von den Thränen erglänat. Hüte dich, Delia, aber den Geist des Gestorbnen zu kränken, Schone das fliegende Haar, schone die Wange so zart! Jetzt, so lang das Geschick es vergönnt, lass Liebe uns einen, Bald wird kommen der Tod finster umhülleten Haupts! Bald wird schleichend uns nahn das entkräftende Alter, wo nicht mehr Liebe dem bleichenden Haupt, schmeichelndes Kosen geziemt. Lass jetzt Venus, der losen, uns dienen, da Thüren zu stürmen Wir nicht scheun, und Beginn neckender Zwiste uns freut. Hier bin ich Heerführer und Held, pleibt fern mir Trompeten, Fahnen mir fern und bringt Wunden dem Freunde des Kriegs, Bringt ihm Reichthum auch, ich will bei gesammeltem Vorrath
Ruhig verachten das Gold, ruhig verachten die Noth!
I. 3. Heimweh.
Ohne mich werdet ihr ziehn durch Aegäische Fluthen, Messala, O bleibt meiner gedenk, du und die kriegrische Schaar!
Mich hält krank in der Fremde gefesselt Phäacia's Eiland: Halte die gierige Hand finsterer Tod doch zurück!
Halt' sie zurück o du finsterer Tod, denn nicht ist die Mutter Hier, die meine Gebein' sammle im Trauergewand;
Fern ist die Schwester, Assyrische Düfte der Asche zu spenden
Und mit entfesseltem Haar Thränen dem Grabe zu weihn.


