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Spende an Stelle des Monds dein Licht mir, da ja der Mond heut' Wieder beginnend zu schnelle hinabsank. Nicht auf den Diebstahl Zieh' ich hinaus, auch nicht um des Nachts auf den Wandrer zu lauern,
Sondern ich liebe—, und schön ist's liebend den Liebenden beistehn!
Moschos.
I. Der entlaufene Fros.
Laut rief einst nach Eros, dem Sohne, die Kyprische Göttin:
Wenn auf den Strassen mir Jemand den Eros streifen gesehn hat,— Mir, mir ist er entlaufen! Beschenkt wird, wer mir ihn anzeigt.
Lohn ist ein Kuss von der Kypris; doch bringst du ihn wieder zurücke, Bleibt es beim Kuss nicht, Freund! nein, mehr noch sollst du empfangen! Gut ist der Knabe zu kennen, aus zwanzigen findest du leicht ihn. Weiss nicht ist er von Farb', nein ähnlich dem Feuer; die Augen Stechend von Glut; sein Sinn boshaft, gar süss das Geplauder,
Denn was er spricht, gleicht nie dem Gedanken; wie Honig die Stimme, Doch steckt Galle darin; er ist grausam stets, ein Betrüger,
Lüget beständig, ein Kind voll List, das schreckliches Spiel treibt. Locken umwallen das Haupt, doch Keckheit steht auf der Stirne, Händchen, so zierlich und klein, doch schiessen sie weit in die Ferne, Schiessen zum Acheron hin und treffen den König im Hades.
Nackt ist am Körper er zwar, doch immer verhüllt die Gedanken.
Und wie ein Vogel beschwingt, fliegt bald er von diesen zu jenen, Männern sowohl wie Frau'n und setzt in den Herzen sich nieder. Winzig ist zwar sein Bogen,— der Pfeil liegt über der Sehne,—
Aber der winzige Pfeil dringt selbst in die Räume des Aethers.
Auch ist von Gold auf dem Rücken ein Köcherchen; drinnen verwahrt er Bittre Geschosse, womit oftmals selbst mich er verwundet.
Alles ist grausam an ihm, ja Alles, am meisten die Fackel,
Die, so winzig sie ist, doch Helios selber in Brand hält.
Glückt dir's, ihn zu erhaschen, so bind' ihn ohne Erbarmen.
Siehst du ihn weinen einmal,— hab' Acht, sonst bist du betrogen!


