Aufsatz 
Schiller im Spiegel seiner Philosophischen Briefe / von Felix Kuberka
Entstehung
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Familienleben, einem unerſchütterlichen Vertrauen in Gottes Führung und einer Vaterlandsliebe, der es heilige Pflicht iſt, ſich im Dienſte und zum Wohle des Ganzen aufzuopfern. Mit Ehrengeſchenken, Büchern über das Leben der Königin Luiſe, wurden bedacht: Walter Freund UI(Bailleu), Fritz Rabes O0II(Gärtner⸗Samuleit), Paul Berkes U II und Walter Gehrhardt O III(Bruſſau), Albert Ewald U III und Paul Sattler IV(Rogge). Am Abend des 1. September veranſtalteten wir den üblichen Fackelzug durch die Hauptſtraßen der Stadt nach dem Markte, wo der Oberprimaner Eckhold nach dem Zuſammenwerfen der Fackeln eine Anſprache hielt. Die Erinnerung an die Schlacht von Sedan feierten wir am 2. September durch eine Felddienſtübung, der folgende Idee zugrunde lag. Die Schüler der Anſtalt waren in 2 Parteien geteilt(gelbe und blaue Armbinden). Die gelbe Abteilung, geführt von Oberlehrer Leutnant d. R. Hoffmann(Kl. O II, OIII, IV, VI) ſowie die blaue Abteilung, geführt von Oberlehrer Leutnant d. R. Kröcher(Kl. OI, UI, UII, UIII, V) marſchierten um 7 Uhr früh in ver⸗ ſchiedenen Richtungen ab.

I. Auftrag an Lt. Hoffmann vom KommandoGelb an der Straße Stützerbach⸗Schmiedefeld (Ausgang von Stützerbach) am 2. 9. 10:

1. Schleuſingen iſt von einer ſtärkeren feindlichen Abteilung beſetzt, die ſchwächere Abteilungen bis Schleuſinger⸗Neundorf vorgeſchoben hat. Kavallerie⸗Patrouillen ſind geſtern auf der Höhe ſüdlich Frauenwald(Gr. Rieſenhaupt) geſehen worden.

2. Das Gros unſerer Truppen iſt im Vormarſch von Ilmenau über Schmiedefeld nach Schleu⸗ ſingen begriffen und hat Stützerbach paſſiert.

3. Befehl: Sie gehen als linke Seitendeckung über Allzunah vor, beſetzen Frauenwald und halten es bis zum Eintreffen weiterer Befehle. Beginn der Bewegung 11⁴5 vorm. am Kreuzungspunkt der Bahn⸗ linie Stützerbach⸗Schmiedefeld und der Straße Stützerbach⸗Allzunah.

4. Notiz. Patrouillen(Radfahrer) dürfen vor 11³⁰¹ nicht abgeſchickt werden.

II. Auftrag an Lt. Kröcher vom KommandoBlau in Schleuſinger⸗-Neundorf am 2. 9. 10:

1. Ilmenau und Gehren ſind von ſtärkeren feindlichen Abteilungen beſetzt. Kavallerie⸗Patrouillen ſind bei Stützerbach und beim Dreiherrnſtein geſehen worden.

2. Das Gros unſerer Truppen liegt in Schleuſingen und hat ſchwächere Abteilungen bis Schleuſinger⸗Neundorf vorgeſchoben. Es ſetzt heute den Vormarſch über Schmiedefeld nach Ilmenau fort.

3. Befehl: Beſetzen Sie als rechte Seitendeckung Frauenwald und verhindern Sie dort das Vor⸗ dringen etwaiger feindlicher Abteilungen aus den Richtungen Stützerbach und Dreiherrnſtein. Die Stellung muß 114 vorm. eingenommen ſein.

4. Notiz. Patrouillen(Radfahrer) dürfen vor 11 ³⁰ vorm. nicht ausgeſchickt werden.

Dank der umſichtigen Führung und dem Eifer der Schüler, die Ausdauer zeigten und auch im Aufklärungsdienſt als Radfahrer ihr Möglichſtes leiſteten, klappte alles vorzüglich. Nach der Schlacht bei Frauenwald, bei der durch Abreißen von Armbinden Gefangene gemacht wurden, marſchierten wir gemeinſam nach Schmiedefeld, von wo wir nach einigen fröhlich verlebten Stunden nach Suhl zurückmarſchierten.

Am 13. September unternahm die Anſtalt einen Ausflug in das von Suhl aus ſchnell zu er⸗ reichende Manövergelände der 22. Diviſion(Caſſel), der wir für die vorher erteilte Auskunft über die vorausſichtlichen Gefechtsfelder und für die Zuſendung von Manöverkarten zu Dank verpflichtet ſind. Das Gefecht bei Kühndorf bot uns intereſſante und belehrende Bilder. Am 25. und 26. September machten die Primaner unter der Führung des Herrn Oberlehrers Kuberka einen geologiſchen Ausflug in die Gegend von Manebach. Am 18. Januar wurde bei der Morgenandacht die Gründung des deutſchen Reiches