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übernommen werden, was zu einer fühlbaren Mehrbelaſtung einzelner Mitglieder, beſonders auch des Unterzeichneten, führte.— Zur Ableiſtung der zweiten Hälfte des Probejahres wurde Herr Kandidat Zillich dem Kgl. Gymnaſium in Nordhauſen überwieſen.— Vom 16. Februar ab wurde Herr Oberlehrer Eſpe zu einer 56 tägigen militäriſchen Dienſtleiſtung einberufen. Seine Vertretung übernahm der Kandidat des höheren Lehramts Herr Dr. Erfurth.— Am 1. April 1911 verließ uns Herr Oberlehrer Rummel, der ſeit dem 1. April 1909 an der Anſtalt angeſtellt war, um an die Städtiſche Oberrealſchule in Halle a. S. überzugehen. Unſere beſten Wünſche begleiten ihn in ſeinen neuen Wirkungskreis.
Anterricht. Im 1. Vierteljahr machten ſich durch die Einziehung von drei Oberlehrern zu militäriſchen Uebungen mehrfache Vertretungen und Schiebungen im Unterrichtsplan nötig, die um ſo ſtörender wirkten, als nur für einen der Eingezogenen ein Vertreter zur Verfügung ſtand.— Zur weiteren Ausſtattung des chemiſchen Arbeitszimmers wurde der Anſtalt vom Herrn Miniſter die Summe von 2000 M. zur Verfügung geſtellt. Wir nähern uns damit dem Ziele, für jeden der arbeitenden Schüler einen beſonderen vollſtändig eingerichteten Platz zu beſitzen.— Zur Beſchaffung von Lehrmitteln für naturwiſſenſchaftliche Schülerübungen wurden der Anſtalt wieder 500 M.(im vorigen Jahre 400 M.) vom Herrn Miniſter zur Verfügung geſtellt.— Bei dem vom Journal d'Allemagne in Berlin ver⸗ anſtalteten Preisausſchreiben wurde der Aufſatz des Unterprimaners Walter Freund(Un Sou raconte son histoire) als einer der 50 beſten von über 3000 eingelieferten Arbeiten anerkannt. Die Preis⸗ gekrönten unternehmen während der Oſterferien eine Reiſe nach Paris.
Reviſionen und Brüfungen. Am 11. Juni wohnte der zur General⸗Kirchenviſitation in Suhl weilende Generalſuperintendent Herr D. Jacobi dem Unterricht der Religionslehrer in mehreren
Klaſſen bei.— Am 14. Juni beſuchte S. Exzellenz der Herr Oberpräſident von Hegel die Anſtalt, beſichtigte verſchiedene Einrichtungen und wohnte dem Unterricht in mehreren Stunden bei.— Am 28.
und 29. November unterzogen Herr Geh. Oberregierungsrat Dr. Reinhardt vom Kultusminiſterium und Herr Geh. Regierungsrat Profeſſor Dr. Beyer vom Provinzialſchulkollegium die Anſtalt einer Reviſion.
Die ſchriftliche Reifeprüfung fand in der Zeit vom 9. bis 14. Februar ſtatt; die mündliche Prüfung am 27. Februar leitete der Kgl. Provinzialſchulrat Herr Geh. Regierungsrat Profeſſor Dr. Beyer. In die ſchriftliche Prüfung traten 9 Oberprimaner ein. 7 Prüflinge erhielten das Zeugnis der Reife, davon 5,(Heinrich Eckhold, Max Friedmann, Kurt Möhring, Hans Müller, Karl Röder) unter Befreiung von der mündlichen Prüfung.
Feſltlichkeiten und Ausflüge. An der Schülerfahrt des Deutſchen Flottenvereins nach Hamburg⸗Helgoland⸗Wilhelmshaven⸗Bremen v. 4. bis 8. Mai nahmen 7 Primaner und 4 Oberſekundaner teil; zweien von ihnen war durch Vermittelung des Direktors je ½ Freiſtelle verliehen worden.— Die 100. Wiederkehr des Todestages der Königin Luiſe begingen wir(da der 19. Juli in die Ferien fiel) am 27. Juni durch eine Feier im Feſtſaal. Vorträge des Schülerchors wechſelten mit dem Vortrag von Gedichten, die dem Gedächtnis der in unſerem Volke fortlebenden edlen Königin gewidmet waren. Die Feſtrede hielt Herr Oberlehrer Dr. Hoffmann. Nach einer gedrängten Darſtellung des Lebens der hohen Frau ſchilderte der Redner ihren Charakter und die Bedeutung ihrer Perſönlichkeit für die damalige Zeit; namentlich wies er darauf hin, daß die führenden Geiſter des preußiſchen Volkes ſie wie eine Heilige verehrt, daß Feldherren, Staatsmänner, Dichter und Denker in ihr den guten Genius Preußens erblickt hätten. Auch für unſere Zeit hätte ihr Leben und Wirken keineswegs an Bedeutung verloren, im Gegenteil: In dieſen Tagen wirtſchaftlicher Kämpfe, wo die Ideale erſtorben zu ſein ſcheinen, tue es den Deutſchen mehr denn je not, im Aufblick zu einer Perſönlichkeit wie ſie nach den Tugenden zu ſtreben, welche die verewigte Königin zu einem leuchtenden Vorbilde gemacht haben: nach einem muſterhaften


