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Bedeutung, nicht nur durch das, was uns, was unſere Schule, was unſere Stadt allein angeht, ſondern zugleich durch die Erinnerung an gewaltige, in den weiteſten Kreiſen nachwirkende Begeben⸗ heiten, ein Tag, an dem das erhebende Gedächtniß großer, weltgeſchichtlicher Ereigniſſe mit der Er⸗ innerung einer einzelnen Lehranſtalt und eines einzelnen Menſchenlebens ſich ſo innig vereinigt, daß man unſchlüſſig ſein kann, bei welchem man zuerſt die Gegenwart an die Vergangenheit anknüpfen, wo man zumeiſt die Gedanken betrachtend verweilen laſſen, woran man am kräftigſten Sinn und Gedanken zu ernſter, fruchtbarer Betrachtung erheben ſoll.
Drei und ein halbes Jahrhundert ſind heute vergangen, ſeit Martin Luther ſeine 95 Sätze an die Schloßkirche zu Wittenberg anſchlug und damit das Werk kirchlicher und religiöſer Erneuerung begann, das eine Quelle geiſtiger Wiedergeburt auch außerhalb der Kirche, in Kunſt und Wiſſenſchaft, im ganzen öffentlichen Leben und nicht am wenigſten in der Schule geworden iſt; ein halbes Jahr⸗ hundert iſt heute vergangen, ſeit König Friedrich Wilhelm III. in den preußiſchen Landen das geſeg⸗ nete Werk der Union zwiſchen den evangeliſchen Schweſterkirchen in das Leben rief, das zwar uns nicht unmittelbar berührt, aber unſerer ganzen Zeit ein großes Ziel geſetzt hat, dem Sinne und Herzen, ſo hoffen wir, mehr und mehr entgegenreifen werden; ein halbes Jahrhundert ſchließt mit dem heutigen Tage ab, ſeit dieſe Schule, das Gymnaſium zu Rinteln, eingeweiht und dem höheren Unterricht der Jugend eröffnet worden iſt; ein halbes Jahrhundert endlich vollendet ſich heute, ſeit der Mann, dem heute von allen Seiten die herzlichſten Glückwünſche entgegenſtrömen, ſeit Herr Zeichen⸗ lehrer Storck in den Dienſt dieſer Schule getreten iſt, der er, ein Zeuge ihrer Gründung, ihres Fortgangs und aller Wandlungen, die ſie während ihres Beſtehens durchlaufen hat, die Kraft und Arbeit ſeines Lebens ununterbrochen gewidmet hat, bis zu dem Tage, der heute über uns leuchtet. Wahrlich es ſind viele, es ſind das Herz erhebende und bewegende Bilder, denen wir, über die Ent⸗ fernung von 50 Jahren und über die viel weitere Kluft von 7mal 50 Jahren zurückſchauend, begeg⸗ nen, alle aber, wie verſchieden ſie auch für den erſten Blick erſcheinen mögen, doch innerlich verbun⸗ den und wie alles, was der Wahrheit, was dem Lichte, was dem Schönen und Guten, mit einem Worte, was dem Reiche Gottes dient, in ſich einig und zuſammenſtimmend.
Aber nicht das Andenken an die beiden großen, die Geſchicke ganzer Völker beſtimmenden Thatſachen, deren Jahrestag heute zurückkehrt, iſt es, was uns hier zuſammengeführt hat und unſere Gedanken beſchäftigen ſoll, ſondern das Andenken an die näherliegenden Veranlaſſungen und Bege⸗ benheiten, die an dieſer Stätte, in dieſen Mauern vor den Augen mancher der hier Anweſenden ver⸗ laufen ſind: die Stiftung dieſes Gymnaſiums und der Amtsantritt des unter uns weilenden ehr⸗ würdigen Jubilars. Jene anderen gehören allen, dieſe gehören uns eigen an; auf ſie bitte ich die hochgeehrte Verſammlung für eine kurze Friſt mit mir ihre Aufmerkſamkeit zu lenken und in Gedanken den Weg zu verfolgen, auf dem das, was wir jetzt ſehen, aus der Vergangenheit hervor⸗ getreten iſt.
Die Stätte, auf welcher dieſe Schule ſteht, war früh weltlichen Zwecken entzogen und einer geiſtigen Beſtimmung gewidmet: ſchon im 13. Jahrhundert war hier ein Kloſter erbaut, welches ciſtercienſer Nonnen übergeben wurde, die zuvor ihren Sitz auf dem jenſeitigen Weſerufer gehabt


