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Mögen alſo morgen die deutſchen Städte in feſtlichem Schmucke prangen; mögen Freuden⸗ feuer von den Höhen zum Himmel lodern; mögen Feierklänge und Glockengeläute die Luft erfüllen: wir haben vollen Grund dazu. Aber unſere Freude wird mit Ernſt gemiſcht ſein; denn wir denken zugleich an die, mit deren Blut und Leben der Sieg gewonnen ward, und über die Kluft eines halben Jahrhunderts wird durch den Feſtjubel hin ihr Ruf zu uns herübertönen, die Stimme der Todten zu den Lebenden, ein mahnender Geiſtergruß:
„wir haben in den Waffen geſtanden für unſer Land, unſer Volk, unſere Fürſten. Wir „haben nicht gegeizt mit unſerer Jugend und unſerem Leben. Was wir um dieſen Preis „erkauft haben, iſt euer Erbe geworden. Seid gleich uns ein ſtarkes, muthiges, vaterland⸗ „liebendes Geſchlecht, im Leben und im Tode werth des großen, theueren deutſchen Vater⸗ „landes!“
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II.
Rede gehalten am 31. Oktober 1367 bei der fünßigjäh⸗ rigen Jubilarfeier der Gründung des Gymnaſiums und dem Amtsjubiläum des Schreib- und Zeichen⸗ lehrers Storck.
Es iſt ein Tag ungewöhnlicher Bedeutung, an dem dieſe Schule eine ſo zahlreiche, hochan⸗ ſehnliche Verſammlung in ihren beſcheidenen, leider nur allzubeſchränkten Räumen begrüßt, an dem wir ehemalige Lehrer und Schüler, an dem wir Freunde unſerer Anſtalt und des Schulweſens über⸗ haupt hier willkommen heißen, die ſich nicht allein aus unſerer Stadt und ihrer nächſten Umgebung, ſondern auch ans weiter Ferne hier zuſammengefunden haben, um ihre Theilnahme an der Feier, die wir begehen, durch ihre Anweſeheit bei derſelben zu bezeugen. Es iſt ein Tag ungewöhnlicher


