Aufsatz 
Die thessalische Ebene / von Kriegk
Entstehung
Einzelbild herunterladen

43

zu sein, da Leake sagt, dieselbe sei besser, als die von Serres1). Von dem thessalischen Tabak nennt Pouqueville(III, S6) denjenigen, welcher in ungefähr gleicher Entfernung von Pharsalus und Trikala gezogen werde, die beste Sorte. Den thessalischen Weinstock erwäühnt Theophrast an mehreren Stellen ²); Plutarch(reip. ger. praec. p. 272.) führt den Wein als ein Haupt-Product Thessalien's an; und dass die Thessalier als starke Weintrinker berühmt waren, ist bekannt 3). Heut zu Tage rühmt man besonders das Gebiet von Larissa wegen des guten Geschmackes sei- ner Trauben und seines Weines). Ueber den thessalischen Weinstock überhaupt aber wird be- richtet, dass er niedrig und ohne Geländer gezogen werde, Pflaumen-grosse Beeren vom lieb- lichsten Geschmack trage und einen Wein gebe, welcher köstlich sei, meistens aber einen harzigen, dem des Borax ähnlichen Beigeschmack habe).

Ausser den genannten Pflanzen erwähnt Leake(IY, 279.) noch der trefflichen Hülsenfrüchte, sowie Bartholdy(68) der äusserst schmackhaften Gemüse der thessalischen Ebene). Brown aber, welcher unter allen Reisenden die meisten Angaben über die vegetabilischen Erzeugnisse der Ebene macht, führt(144 146) noch folgende Pflanzen und Pflanzen-Producte an: sehr schöne, grosse und wohlschmeckende Feigen 1); Melonen von einer Grösse und einem Wohlge- schmack, wie Brown sie nirgends sonst fand ³); schöne und delikate Granatäpfel); Orangen; Limonen; Citronen; Sesam; Mandeln im Ueberfluss; Kürbisse; durchgehends grosse Eichen- bäume ¹⁰); Kermes-kichen(Ilex coccifera); Carduus globosus(auf den steinigen Stellen der Ebene); Zwiebeln zwei- bis dreimal so gross als die unsrigen und besser von Geschmack; end- lich eine Mittelfrucht zwischen Melonen und Gurken, welche Patlejan oder Melanzan heisse, und aus der man ein sehr gutes Gericht bereite.

Von Catullus(Cer. 27 ff. u. epith. 289 294) werden als Bäume Thessalien's die Fichte, die Ulme, der Birnbaum, der Apfelbaum, die Buche, der Lorbeer, die Platane, die Cypresse und die Pappel(lenta soror Phaëthontis) erwähnt, und zwar die vier ersten als am Ufer des Peneus wachsend. Sie sind noch jetzt in jenem Lande zu finden, einige von ihnen aber, nämlich die Fichte, die Buche und die Platane, nicht in der Ebene selbst, sondern an ihrem Rande oder im Bassin des Karlas-Sees oder im thalartigen oberen Laufe des Peneus oder auch bei Larissa, dem baumreichsten Orte des Inneren der Ebene. Bei Larissa gibt es namentlich auch viele Lorbeer- bäume ¹¹). Die Birne fand Leake(I, 446) auf dem Haupt-Hügelzug zwischen Larissa und dem

¹) Leake IV, 280, Holland 281., Brown 144. 147., Walpole bei Clarke 264. 270., Pouqueville Morée II, 49. 55. u. Grèce III, 54., Bartholdy 83.

²) Hist. pl. 3, 5. p. 78., 4, 14. p. 169., caus. pl. 5, 14. p. 572.

¹) Vgl. Dio Chrysost. de glor. p. 364.

) Hadschi Chalfa 102., Vaudoncourt 151.

³¹) Browu 144. verglichen mit Beckmanns Literatur der älteren Reisebeschreibungen, Bd. II, S. 249.

³) Theophrast(h. pl. S, 9. p. 276. u. caus. pl. 4, 16. p. 532) und Plinius(18, 12.) heben die thessalischen Boh- nen hervor.

¹) Auch Daniel u. Gregorios p. 204. von den neueren und Theophrast. hist. pl. 3, 5. p. 78., sowie Plin. 16, 25. von den antiken Schriftstellern gedenken derselben.

*) Auch Bartholdy sagt S. 68, die Melonen von Larissa ziehe er denen von Theben vor, obgleich die Letzteren in Rumelien beliebter waren.

*) Vgl. auch Theophrast an der angeführten Stelle.

1⁰) Aus dem oben S. 41 Bemerkten ergibt sich, dass diese nur am Rand der Ebene auf den dortigen Gebirgen zu finden sein werden.

11) Brown 135, Pouqueville Morée II, 55.