Aufsatz 
Die thessalische Ebene / von Kriegk
Entstehung
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38.

von Stagus Kalabak bis Pharsalus in einer Ausdehnung von etwa 19 Stunden(nach Pouqueville III, p. 34). Ihre Breite beträgt bei Trikala etwas über vier, da aber, wo sie am grössten ist, fast neun Stunden(s. oben S. 5). Am südöstlichen Ende(in der Gegend von Pharsalus) verengt sie sich nach Gell(287) und Pococke(225) bis zu anderthalb Stunden. Diese Ebene führte im Alter- thum den Namen pharsalische Ebene ¹).

Sie ist, mit Ausnahme mehrerer Stellen, vollkommen flach ²). Jene Stellen sind zuerst einige kleine Hügelzüge, welche von den westlichen und südlichen Grenzgebirgen in die Ebene hinaus- gehen, sich aber in derselben bald verlieren ³), und dann einige gleich Inseln aus der Ebene her- vorragende Hügel, welche keinen Zusammenhang mit einander haben, und nach Pouqueville (III, 38. 85 f. und Morée III, 88) aus der Ferne wie dünenartige Erhöhungen aussehen, zum Theil aber doch felsig und steil sind. Leake bezeichnet vier dieser Hügel als die auffallendsten Er- hebungen der Ebene, nämlich die Anhöhe bei Kolokoto(s. oben S. 12), den Hügel von Kortikhi, welcher ebensoweit rechts, als jene links vom Peneus liegt, den sehr hohen und steilen, hell- farbigen Felsen von Vlokho, welcher nahe der Mündung des Sataldsche-Potamos auf der linken Seite dieses Flusses steht, und durch denselben vom nördlichen Ende des grossen Haupt Hügel- zuges getrennt ist, und endlich die niedere, aber lange Höhe von Mataranga, welche zwar felsig ist, sich aber doch auf allen Seiten allmälig erhebt, und nach W. und S. einige kurze und niedrigere Höhen in die Ebene ausstösst).

Die östliche Ebene hiess im Alterthum die pelasgische Ebene und die Ebene von Larissa 5), und wird von Beaujour(p. 176) mit Recht das Herz von Thessalien genannt. Sie erstreckt sich zwischen dem Haupt-Hügelzug einerseits, dem Ossa und dem dieses Gebirg mit dem Pelion verbindenden Plateau andererseits hin, und geht südöstlich bis zur Stadt Velestino, nord- wärts aber über den Peneus hinaus bis zum Fusse der Berge, welche dem Olympus-Gebirge an- gehören. Ihre Längen-Ausdehnung(von N. nach S.) beträgt nach Strabo 160 Stadien d. i. 4 geogr. Meilen, nach Walpole 20 engl. oder 4 geogr. Meilen. Beide Angaben stimmen also mit einander ziemlich überein. Dagegen bestimmt Holland die Länge der Ebene auf 50 engl. oder nahe 11 geogr. Meilen, Bartholdy auf 9 geogr. Meilen).

Das Karadagh-Gebirg(s. S. 32), das jedoch nur geringe Höhe hat, ist die einzige Unter- brechung, welche die Fläche dieser Ebene in ihrem Inneren erleidet. Ausser ihm ändern nur noch die sanft ansteigenden Högelreihen, die sich südlich von Larissa zum grossen Haupt-Hügel- zuge erheben, sowie viele im Osten dieser Stadt befindlichen Tumuli) den allgemeinen Cha- rakter der Ebene. Die Gegend von Larissa, welche die bekannte Sumpfniederung Nezero enthölt

1) T Daοοασον επτη⁴εον bei Plutarch. Pompej. p. 655 f. und compar. Ages. c. Pomp. p. 664., Pharsalici campi bei Plinius 4, 8.

¹) Pouqueville Morée II, 47., Holland 248. u. 254.(er sagt: a perfectly level surface), Dodwell 212.

¹) So z B. ein Hügelzug zwischen Thaumakos und Pharsalus(Gell 287., Dodwell 211., Holland 36 1 f., wo statt to the west of Thaumaci zu lesen ist: to the east), und ein im Nordwesten liegender, welcher bei Fanari endigt (Leake IV, 509.).

¹) Leake IV, 315 f. 319. 323. 494. 496.

³) Strab. 9, 436. 443., Epitom. Strab. an der letztern Stelle, Nicet. Choniat. p. 390. u. 410., Horat. od. 1, 7.(campus opimae Larissae).

²) Walpole bei Clarke 270., Strabo 9, 436, Holland 254., Bartholdy 43. Der Letztere sagt zwar: 12 Stunden; diese sind aber bei ihm, wie man aus S. 81. sieht, 9 deutschen Meilen gleich.

¹) Leake III, 372. zählt deren unmittelbar bei Larissa sechszehn.