Aufsatz 
Die thessalische Ebene / von Kriegk
Entstehung
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Die Breite dieses Hügelzuges wird von keinem Reisenden angegeben. Nur der Weg, welcher von Larissa nach Pharsalus über ihn führt, wird auf 4 5 Stunden Länge bestimmt ¹); er durch- schneidet aber den Zug nicht seiner wirklichen Breite nach, sondern in einer schiefen Linie. Was die Ränder des Hügelzuges betrifft, so ist der östliche Rand sanft abfallend; denn der Auf- stieg von Larissa zu ihm ist sehr allmälig und fast unmerklich. Der Abfall nach Westen ist weniger sanft und gegen Pharsalus hin sogar etwas steil. Von dieser Stadt an bis zum Peneus bietet der Fuss des Westrandes sogar einige sehr felsige Höhen dar. Die steilste und höchste dieser Höhen ist der etwa halbwegs zwischen Pharsalus und der Mündung des Sataldsche-Potamos gelegene Berg Mavrovuni, welcher auf drei Seiten steil und felsig aus der Ebene emporsteigt, und nur durch einen niedrigen Rücken mit dem Hügelzug verbunden ist ²).

Das südliche Ende des beschriebenen Haupt-Hügelzuges ist die Gegend, in welcher der Consul Flamininus seinen Haupikampf mit Philipp III. von Macedonien hatte, und diesen in einer ent- scheidenden Schlacht völlig besiegte. Diese Schlacht fand an einigen neben einander liegenden Höhen Statt, welche in der Nähe der Stadt Skotussa lagen, und nach ihrer Form Kynos- kephalai d i. die Hundsköpfe genannt wurden. Ebendaselbst hatte Pelopidas dem Tyrannen Alexander von Pherä eine Schlacht geliefert. Die Felsen Kynoskephalai zu bestimmen, ist nur vermittelst einer chorographischen Untersuchung möglich, weil hierbei Alles auf die Lage von Skotussa ankommt. Nach der angegebenen Form der Felsen diese aufzusuchen. möchte vergeb- lich sein, da bekanntlich solche Vergleichungen mitunter etwas gezwungen sind, und da über- dies die Umrisse von Felsen im Lauf der Zeit sich ändern. Dodwell(211 f.) hält zwei Hügel der Ebene, welche um vierthalb Stunden südwestlich von Pharsalus(nach Thaumakos zu) liegen, für die Kynoskephalai. Vaudoncourt(154. 464. u. 390) versetzt diese an eine Stelle, welche gerade die Mitte des Weges von Larissa nach Pharsalus bildet, die er aber nicht näher beschreibt, und welche sicherlich ebensowenig felsig, als von auffallender Form ist. Beide scheinen mir die Bestimmung nicht richtig zu machen. Pouqueville(III, 68.) versetzt die Kynoskephalen sogar an einen Vorsprung des Ossa, der auf dem Wege von Larissa zum Boebe-See sich findet: was mit den Berichten über die Schlacht Flaminin's im grellsten Widerspruch steht. Leake(IV. 453.) glaubt jene Felsenhöhen am südlichen Ende des Karadagh-Zuges finden zu können. Wir ver- schieben die Bestimmung derselben auf eine spätere chorographische Darstellung Thessalien's. Uebrigens finden sich, bei Gelegenheit der Beschreibung des Kampfes zwischen Flaminin und Philipp, in den Berichten Polyb's, Livius und Plutarch's ³) von dem Haupt-Hügelzug Thessalien's die Ausdrücke drνο ευννοs, Sοuvot, ireoolalh, dzoα, colles perpetuo jugo, jugum und selbst juga montium gebraucht und als Gegensatz gegen die Hügelhöhen die anstossenden Ebenen als emeε⁴ο τπσι und reεον bezeichnet, sowie auch ein planior vallis erwähnt.

6. Der westliche und der östliche Theil der thessalischen Ebene.

Durch den beschriebenen Hügelzug wied die thessalische Ebene in zwei Theile getheilt, einen westlichen und einen östlichen. Der Erstere oder die westliche Ebene erstreckt sich

plis de terrain plus faciles ni plus doux. Deux armées, qui s'observent, peuvent y cacher tous leur mouvements, et la nature, si Yon peut ainsi parler, n'a dans aucun autre lieu du monde disposé un champ de bataille avec plus d'art.

¹) Dodwell 207 f., Gell 283 285.

¹) Leake I, 445. 447., IV, 326 f. 464.

¹) Polyb. 18, 3 10., Liv. 33, 6 10., Plutarch. Flamin. 372 f. Man vgl. auch Zonar. 16, 446.