Aufsatz 
Die thessalische Ebene / von Kriegk
Entstehung
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Velestino(dem alten Pherä) seſbst entspringenden, herrlich gelegenen und beschatteten reichen Quelte des köstlichsten Wassers, deren Abfluss drei englische Meilen weit bis nach Rhizomilo fliesst und dort in den Karlas-See sich ergiesst.

5. Haupt-Hügelzug der thessalischen Ebene.

Die thessalische Ebene ist durch eine breite Erhebung des Bodens, welche ein griechisches Epigramm(bei Plutarch. Flamin. p. 373) mit einem sehr passenden Ausdruck den Rücken der- selben(rναον Heooαœůae) benennt, in zwei Haupttheile oder in eine westliche und eine östliche Ebene getheilt. Diese Erhebung, welche von S. S. 0. nach N. N. W. gerichtet ist und im Süden und Südosten von Pharsalus beginnt, erstreckt sich vom Othrys an bis über den Peneus hinaus, und schliesst sich dort an die Ausläufer der Gebirge an, welche Thessalien von Macedonien trennen. Sie hängt ausserdem mit dem Höhenzuge des Karadagh- oder Mavrovuni-Gebirgs zusammen, und zieht mit dessen südlichem Ende zu den Höhen, welche den Pelion und Othrys mit einander ver- binden. Einen spitzen Berggipfel, welcher an diesem Ende des Hügelzuges liegt und durch einen anderen Rücken mit dem Karadagh verbunden ist, hält Leake(IV, 442. 453) für den Chalko- donium-Berg der Alten. Da, wo der Hügelzug den Peneus berührt, breitet er sich zwischen Zarko und der Gegend von Larissa aus, und bildet mit den Höhen des linken Flussufers die oben (S. 13) beschriebene Einengung des Peneus-Bettes 1). Sein Kern scheint aus Kalkstein zu be- stehen; wenigstens fand Holland(253. 362) diesen bei Zarko und in der Gegend von Pharsalus. In der Nähe des ersteren Ortes war auch der im Alterthum berühmte Atracische Marmor zu Hause, über welchen Tafel das Einzelne zusammengetragen hat ²). Auf dem inneren Theile des Hügelzuges treten Felsen so selten zu Tage, dass Clarke(264) sagt, er habe auf dem ganzen Wege von Pharsalus nach Larissa fast keinen einzigen Stein, wohl aber zuweilen einen feinen Kies gesehen.

Was die vertikale Form betrifft, sSo besteht der Hügelzug grösstentheils aus niedrigen, wel- lenförmigen Erhebungen. welche, soweit sie auf dem Wege von Pharsalus nach Larissa sichtbar sind; eine ziemlich gleichmässige Richtung von Osten nach Westen haben, und mit ihren Thälern dem leicht bewegten Meere gleichen. Der höchste Punkt des Zuges ist ein in der Richtung von Larissa nach Pharsalus gelegener, vierthalb Stunden von der ersteren Stadt eutfernter Gipfel derjenigen Erhebung, welche bei Leake der Rücken des Scheik heisst. Der niedrigste Theil des ganzen Zuges ist die etwas nördlich von Pharsalus gelegene Gegend. Auch der im Norden, gegen den Peneus hin, gelegene Theil ist niedrig. Ueber das Mass der durchsehnittlichen oder auch der höchsten und niedrigsten Höhe fehlen alle Angaben. Wenn übrigens Hawkins(bei Walpole 534) sagt, im Fall einer Versperrung des Tempe würde das Wasser des Sees, welchen als- dann die thessalische Ebene bildete, zwischen dem Ossa und Pelion ins Meer fliessen, der so eben beschriebene Hügelzug aber über den Wasserspiegel hervorragen: so scheint dies ein Irr- thum zu sein, da doch allen Anzeigen nach das den Ossa und Pelion verbindende Plateau höher ist, als der Haupt-Hügelzug der thessalischen Ebene ³).

¹) Leake I, 445., IV, 319., Pouqueville III, 41. 74

¹) In den Abhandlungen der philosophisch-philol. Klasse der Mnchener Akademie II, 1.(1837).

¹) Leake I, 445 f., III, 361 f., Beaujour 173 f., Dodwell 208., Gell 285 f., Holland 365., Clarke 264. Beaujour sagt mit Bezug auf die Schlachten, welche auf und an diesem Hügelzug geliefert worden sind: Nulle part on ne voit pas des